Podcast Episode 13: Eine Kita für alle?! – Vorurteilen und Diskriminierung begegnen

Die Identitäten und Lebensbedingungen von Kindern und ihren Familien sind vielfältig.

Um dem zu begegnen bedarf es einer diskriminierungskritischen und vorurteilsbewussten Haltung seitens der Fachkräfte.

In diesem KitaTalk bin ich mit Sandra Richter, der Autorin des im Herder Verlag erschienen Buches: Vorurteilen und Diskriminierung in der Kita begegnen, im Gespräch.

Wir beschäftigen uns im einzelnen mit den Fragen:
– Warum ist das Thema Vorurteile und Diskriminierung bereits in der Kita relevant und wichtig?
– Haben Kita-Kinder überhaupt schon Vorurteile?
– Was verbirgt sich hinter dem Prinzip: Nicht-Mitspielen ist verboten?
– Was braucht es, um eine diskriminierungskritische und vorurteilsbewusste Umgebung zu schaffen?
– Was heißt, Verantwortung dafür zu übernehmen, für das, was wir sagen und tun?
– Warum ist es wichtig, Diskriminierung ernst zu nehmen und nicht einfach klein zu reden und abzutun?
– Warum ist Diskriminierung Gewalt? bzw. Warum ist Anti-Diskriminierung aktiver Kinderschutz?

Sandra Richter ist Frühpädagogin, Weiterbildnerin und Multiplikatorin für den Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung.
Du erreichst Sie unter: www.sandrarichter.net

Ihr Buch: Vorurteilen und Diskriminierung in der Kita begegnen
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Vielen Dank an Roland Kah für die hier verwendete Musik: Happy Intro: https://ronaldkah.de

Podcast Episode 12: Die Kita als sicherer Ort

Erst die Pandemie, dann die Hochwasserkatastrophe und jetzt der Krieg in der Ukraine – unser aller Stresssystem ist zur Zeit hochgradig gefordert und strapaziert. In den nächsten Wochen und Monaten werden zunehmend Kinder und Familien aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland kommen und somit auch verstärkt Kinder in die Kindertagesbetreuung von Krippe, Kita und Kindertagespflege.

Viele Fachkräfte sind unsicher, wie sie den Kindern und Familien begegnen sollen. Was wenn diese Kinder durch ihre Erfahrungen traumatisiert sind?
Dass es aber nicht in erster Linie um die Traumatisierung an sich geht, sondern darum wie Kita mit den entstehenden Stressbelastungsreaktionen umgehen kann. Meine Gesprächspartnerin Corinna Scherwath beschreibt eindrücklich, was pädagogische Fachkräfte tun können, um die Kindertagesbetreuung zu einem sicheren Ort für Kinder zu machen – und das nicht nur für Kinder mit Fluchterfahrung.

Mehr über Corinna erfährst Du unter: www.verstehensorientierte-paedagogik.de
oder du folgst ihr auf Instagram: https://www.instagram.com/verso.paed/

Mich findest Du auf Instagram: https://www.instagram.com/anjacantzler/ oder auf facebook: https://www.facebook.com/coachingcantzler

Podcast Episode 11: Jedem Kind sein Tempo – auch in der Eingewöhnung

In diesem KitaTalk bin ich mit Teresa Miss, Erzieherin in einer Krippe, den Fragen nachgegangen:

  • Wie sie in der Eingewöhnung auf Kinder eingeht, die sehr deutlich ihren Trennungsschmerz zeigen.
  • Woran man erkennt, dass ein ruhigeres Kind, das vordergründig kooperiert, möglicherweise trotzdem mit der Situation überfordert ist?
  • Warum es gerade für Kinder, die vergnügt spielen, wichtig ist, dass sich Eltern deutlich verabschieden?

Es war ein tolles und sehr hörenswertes Gespräch. Ich freue mich über Eure Likes und Kommentare.

Folge Teresa auf Instagram:
https://instagram.com/piteresa?utm_medium=copy_link

Hier kommst Du zu einem passenden Blogartikel von mir mit dem Titel: „Abschied ohne Tränen?“
https://coaching-cantzler.de/2020/09/08/abschied-ohne-tranen/


Zum Gastbeitrag von Mareike Paic kommst Du hier:
https://coaching-cantzler.de/2020/08/07/die-ich-box-ein-sicherer-platz-fur-ubergangsobjekte/

Das erwähnte Buch heißt:
Eine Dose Kussbonbons von Michel Gay , erschienen bei Beltz& Gelberg ISBN 978-3-407-76102-6
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„Deutschland verspielt die Zukunft seiner Kinder…“

„Deutschland verspielt die Zukunft seiner Kinder…“- dieses Zitat stammt von dem Buchrückentext, der auf Ilse Wehrmanns neustem Buch „Der Kita-Kollaps“ zu finden ist.

Ilse Wehrmann beschreibt in diesem Buch die aktuelle Lage der Kindertageseinrichtungen – ungeschönt und bitter. Gut recherchiert, analysiert sie die aktuelle Misere, deckt die politischen Versäumnisse der letzten 20 Jahre auf und versucht Lösungswege aufzuzeigen.

Ein Rückblick

Ich bin nun seit 30 Jahren im Beruf und mir geht es ähnlich wie Ilse Wehmann. Ich verstehe nicht warum wir sehenden Auges in diese heutige Situation gerannt sind. Oft werden die katastrophalen Umstände mit der Pandemie begründet. Aber das ist nur ein ganz kleiner Teil der Wahrheit. Denn bereits vor 20 Jahren machte Professor Wassilios Fthenakis mit anderen Expert*innen darauf aufmerksam, dass dringend gehandelt werden müsse. Was dort geraten wurde, liest sich heute wie eine Blaupause. (Wehrmann, 2023, S.172-173)

Und trotz andauernder warnender Stimmen wurde nicht gehandelt, zumindest nicht mit Blick für eine langfristige und tragfähige Bildungspolitik. Eine Bildungspolitik, die allen Kindern und Familien zugute kommt, die Familien entlastet und unterstützt und die Fachkräften einen vernünftigen Arbeitsrahmen bietet.

Ein Ausblick

Aber solange die Politiker nur auf kurzfristige Erfolge erpicht sind, um möglichst hoch auf der Karriereleiter steigen zu können, wird da nichts draus. Kinder haben in unserer Gesellschaft keine Lobby. Mit dieser Sicht verspielt Deutschland langfristig nicht nur die Zukunft seiner Kinder… langfristig auch die eigene. Deutschland hat keine Rohstoffe, die es exportieren könnte, unser einziges Pfund ist Wissen. Tja, und das geht gerade den Bach runter.

Was wir jetzt brauchen sind beherzte Politiker*innen auf Bundesebene, die bereit sind unabhängig von ihrer eigenen Karriere, sich für die Entwicklung des Bildungssystems und für unsere Kinder stark zu machen. Es geht um die Umorganisation der Zuständigkeiten von Bund, Land und Kommune. Es braucht Bildungsgipfel, bei denen alle Länder, Kitafachkraftverbände, Elternvertretungen, Wohlfahrtsverbände vertreten sind und an langfristigen Lösungen interessiert sind. Das braucht Geld und die Beherztheit manche Prozesse zu verschlanken. Ideen gibt es genug.

Und aktuell?

Natürlich braucht es auch Übergangslösungen für die aktuelle Situation. Denn es macht mir sehr nachdenklich, was mir in den letzten Wochen und Monaten in meiner Coaching und Beratungstätigkeit gehäuft begegnet: Fach- und Leitungskräfte, die sich mit der Arbeit nicht mehr identifizieren können, weil sie kaum Zeit für das einzelne Kind mehr haben und zuviel andere Aufgaben (admistrativ, dokumentarisch, hauswirtschaftlich) noch abdecken sollen, mal ganz unabhängig davon, ob die Kolleg*innen überhaupt da sind oder alle Stellen besetzt sind. Vorbereitungs- und Besprechungszeiten fallen oftmals ganz weg. Fach- und Leitungskräfte sind zunehmend erschöpft und ausgebrannt. Für viele scheint das Ausscheiden aus dem Beruf und die Suche nach anderen Arbeits- und Betätigungsfeldern die einzige Lösung.

Vorsicht vor toxischer Positivität

Anderen wiederum wird vorgegaukelt, sie müssten nur ihr mindset ändern, dann wäre alles halb so schlimm. Frei nach dem Motto: Du musst dir die Welt nur schön denken, dann ist sie auch schön.

Auch ich versuche mit meinen Coachees ersteinmal herauszufinden, was sie an ihrer Tätigkeit schätzen und ob es etwas gibt, aus dem sie Kraft schöpfen können. Selbstfürsorge ist dabei immer wieder ein sehr wichtige Thema.

Ich bin aber keine Freundin davon, die Verantwortung für ihr Wohlbefinden nur den Fachkräften zu zuschieben. Nicht selten haben die Fachkräfte dann das Gefühl, etwas falsch zu machen und nicht richtig zu sein. Sie suchen den Fehler bei sich.

Es braucht Unterstützung von den Verantwortlichen

„Du kannst die anderen nicht ändern, nur dich selbst.“ – „Wenn du die Situation nicht ändern kannst, dann ändere deine Haltung dazu.“ – An diesen Aussagen ist etwas dran. Haltung und Einstellung spielen eine große Rolle, um schwierige Situationen zu meistern. Trotzdem dürfen sie dich nicht dazu verleiten, dass du alles nur hinnimmst, aushälst und ständig gegen Windmühlen arbeitest. Manchmal ist es ´besser zu gehen, wenn es keine weitere Unterstützung von außen gibt.

Daher schätze ich gerade jeden Träger, der versucht hier Abhilfen zu schaffen: z.B. durch Überprüfung ob wirklich jede Dokumentation notwendig ist, wo durch Verwaltungskräfte Entlastung geschaffen werden kann und durch veränderte Betreuungszeiten der Einsatz der vorhandenen Fachkräfte verlässlicher stattfinden kann. Letzteres kann auch Eltern mehr Sicherheit geben. Manchmal ist eine verlässliche 35 Stunden-Betreuung an 4 1/2 Tagen besser, als eine 45 Stunden Betreuung, die jeden Tag auf der Kippe steht.

Ein Hoffnungsschimmer

Zum Glück gibt es Initiativen von Trägern, die ihren Leitungskräften zum Beispiel Verwaltungskräfte zur Seite stellen und Home-Office Zeiten ermöglichen.

Und es gibt Leuchttürme in der Kita-Landschaft. Das sind, die sich trotz aller Schwierigkeiten auf den Weg gemacht haben, um Kindern, Eltern und sich selbst ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen. Nicht selten sind hier die bedürfnisorientierte Pädagogik, Werkstattpädagogik, Reggiopädagogik ud Offene Arbeit die großen Gamechanger. Ein nennenswertes Beispiel bietet hier die Kita Heide-Süd in Halle (Saale). Diese Kita arbeitet bedürfnisorientiert und sie wurden dieses Jahr mit dem Deutschen Kita-Preis ausgezeichnet. Ich hatte das Vergnügen, mit der Leitung und zwei ihrer Mitarbeiterinnen in einem Kita Talk sprechen zu können. Es wäre mein Wunsch, wenn solche Einrichtungen nicht nur Leuchttürme bleiben, sondern unsere zukünftige Kita-Landschaft gestalten.

Hier kommst du zum Kita Talk: Kinder radikal ernst nehmen.

Trotzallem bleibt Nachdenklichkeit

Das Buch von Ilse Wehrmann hat viel in mir aufgewühlt. Ich bin nachdenklich, verärgert, frustriert und gleichzeitig motiviert weiter zu machen. Ich werde weiter am Ball bleiben, den Finger weiter mit in die Wunde legen, Fachkräfte begleiten und unterstützen, Familien beraten und für die Rechte der Kinder mich weiterhin einsetzen.

Deine Anja

Podcast Episode 10: Ankommen dürfen statt loslassen müssen

In diesem KitaTalk spreche ich mit Lea Wedewardt über die bedürfnisorientierte Eingewöhnung und warum manchmal die herkömmlichen Eingewöhnungsmodelle eher hinderlich in der Praxis sind.

Sie erläutert, warum eine bedürfnisorientierte Eingewöhnung für alle Beteiligten: Kinder, Bindungspersonen und päd. Fachkräfte so wichtig ist.
Schlüssel ist für uns beide die wahrnehmende Beobachtung, um herauszufinden was das einzelne Kind und seine Familie brauchen.
Des Weiteren diskutieren wir die Fragestellung, wie viele Tränen überhaupt sein dürfen und ob es tatschlich ganz ohne Tränen geht.
Es lohnt sich auf jeden Fall reinzuhören.

Wer dann noch nicht genug hat, kann Leas Buch dazu bestellen oder über https://beduerfnisorientierte-paedagogik.de/ mit Lea Kontakt aufnehmen.