034: Herausforderndes Verhalten

Ein ehrlicher Dialog über den Begriff „herausforderndes Verhalten“ mit Hannah Vassiliadis

In dieser Folge spreche ich gemeinsam mit Hannah Vassiliadis über einen Begriff, der gerade stark diskutiert wird: „herausforderndes Verhalten“.

Wir sprechen darüber, warum dieser Begriff so viel Unsicherheit, aber auch so viel Potenzial birgt. Warum er manchmal missverständlich verwendet wird und weshalb es so wichtig ist, genau hinzuschauen, welche Bedeutung wir ihm persönlich und fachlich geben.

In dieser Folge sprechen wir außerdem darüber:

  • Warum der aktuelle Diskurs rund um „herausforderndes Verhalten“ mehr als eine Begriffsdiskussion ist
  • Welche Definitionen und Perspektiven wir teilen und warum es mehrere Blickwinkel braucht
  • Wie Sprache unseren Blick auf Kinder prägt
  • und warum Reflexion der Schlüssel ist, um Verhalten besser zu verstehen und professionell zu begleiten

Diese Folge lädt dich ein, mitzudenken, mitzudiskutieren und mit einer klareren Haltung in den Kita-Alltag zu gehen. Ein wertvoller Impuls für alle, die sich mit Verhalten, Beziehungsgestaltung und pädagogischer Qualität auseinandersetzen.

Jetzt reinhören und Teil der Debatte werden.

Viel Freude. 

Anja

Mehr über Hannah und ihre Arbeit findest du hier:

Instagram: @hannah.vasiliadis und www.hannahvasiliadis.net

Vielen Dank an Ronald Kah für die hier verwendete Musik: Happy Intro

033: Bevor ein Kind Probleme macht, hat es welche

In Folge 33 der Kita Talks spreche ich mit Hannah Vasiliadis über einen Satz, der alles verändert, wenn man ihn wirklich versteht:

„Bevor ein Kind Probleme macht, hat es welche.“

Wir sprechen darüber, was dieser Perspektivwechsel im pädagogischen Alltag bewirken kann und warum er die Haltung eines ganzen Teams verändern kann. Denn auffälliges Verhalten ist kein Zeichen von „Unwillen“ oder „Grenzen austesten“, sondern oft ein Ausdruck innerer Not.

In dieser Folge erfährst du:

  • Warum Verhalten immer Kommunikation ist
  • Wie wir lernen können, genauer hinzusehen, bevor wir urteilen
  • Wo unsere pädagogischen Grenzen liegen und wann es andere Anlaufstellen braucht
  • Wie wir als Fachkräfte gut handeln, ohne uns selbst zu überfordern

Diese Folge ist ein Plädoyer für mehr Verständnis, mehr Zusammenarbeit und mehr Haltung im Umgang mit Kindern, die uns besonders herausfordern.

Jetzt reinhören und erfahre, warum echter Kinderschutz und Deeskalation immer beim Verstehen beginnt.

Viel Spaß bei dieser Folge.

Anja

Mehr über Hannah und ihre Arbeit findest du hier:

Instagram: @hannah.vasiliadis und www.hannahvasiliadis.net

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Sonderfolge Real Talk #4: Wenn Missstände ansprechen zum Problem wird

In dieser Folge spreche ich über ein Thema, das mir schon lange unter den Nägeln brennt: Was passiert, wenn Missstände ansprechen zum Problem wird, weil diejenigen, die hinsehen, plötzlich selbst zum Problem erklärt werden?

Immer wieder höre ich in Supervisionen und Fortbildungen Geschichten von Fachkräften, die auf Missstände hinweisen – auf unfaire Strukturen, grenzüberschreitendes Verhalten, Gewalt oder mangelnde Qualität. Und statt Unterstützung zu bekommen, erleben sie Ablehnung, Schweigen oder gar Druck.

Doch genau hier liegt das Problem:
Wenn die “Guten” sich anpassen, verliert das System seine Haltung.
Wenn Missstände gemeldet werden, ist Handeln keine Option – sondern Pflicht.

In dieser Real Talk-Folge spreche ich darüber:

  • warum Träger und Leitungen in der Verantwortung stehen, Missstände ernst zu nehmen
  • wie wir eine Kultur des Hinhörens und Handelns schaffen können
  • und was es braucht, damit Fachkräfte sich sicher fühlen, Dinge anzusprechen – ohne Angst vor Konsequenzen

Diese Folge ist ein Appell an alle: Wegsehen schützt niemanden. Hinschauen verändert alles.

Jetzt reinhören und den Mut nicht verlieren für eine Pädagogik mit Haltung

Viel Spaß bei dieser Folge,

Anja

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Sonderfolge Real Talk #3: Bis hierhin und nicht weiter

In dieser Folge spreche ich über ein Thema, das uns als Fachkräfte immer wieder herausfordert: Grenzen setzen

Oft haben wir das Gefühl, dass wir alles mittragen müssen. Sei es im Umgang mit Kindern, im Team oder im Kontakt mit Eltern. Doch die Wahrheit ist: Nein zu sagen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstachtung.

Im dritten Real Talk spreche ich darüber:

  • warum es wichtig ist als Fachkraft eigene Grenzen klarzumachen
  • wie wir aktiv dazu beitragen können Diskriminierung und Gewalt zu unterbinden ohne uns dafür rechtfertigen zu müssen
  • weshalb es nicht unprofessionell ist, Grenzen zu ziehen, sondern im Gegenteil ein Ausdruck von Haltung und Professionalität

„Bis hierhin und nicht weiter“ bedeutet, Verantwortung zu übernehmen für sich selbst, für die Kinder und für die Qualität der pädagogischen Arbeit. In dieser RealTalk Folge gebe ich dir Impulse, wie du für dich einstehen kannst und warum das ein wichtiger Schritt in Richtung gelebter Kinderschutz ist.

Viel Spaß bei dieser Folge,

Anja

Vielen Dank an Ronald Kah für die hier verwendete Musik: Happy Intro

Aufwachsen in Würde?! – Nicht in Deutschland!

Manchmal frage ich mich: Für wen wird in diesem Land eigentlich Politik gemacht? Für die Kinder sicher nicht. Nicht, wenn man sich ansieht, wie derzeit in Nordrhein-Westfalen an der KiBiz-Reform gebastelt wird – hinter verschlossenen Türen, ohne dass Eltern, Fachkräfte oder Expert:innen wirklich einbezogen werden.

Kitas am Limit – Kinder vor verschlossenen Türen

Fachkräfte arbeiten am Limit, kämpfen gegen Personalmangel, überfüllte Gruppen und eine Unterfinanzierung, die ihnen die Luft abschnürt. Und in anderen Orten genau das Geenteil- hier gibt es auf einmal zu wenige Kinder. Plätze bleiben frei. es drohen Gruppenschließungen und Entlassungen. Misswirtschaft auf ganzer Linie.
Statt bei letzteren den Personalschlüssel zu erhöhen oder die Gruppen zu verkleinern, werden ganze Gruppen oder sogar komplette Kitas geschlossen. Gleichzeitig wird der Kindertagespflege vielerorts die Grundlage entzogen – jene flexible Form der Betreuung, die oft genau dort einspringt, wo Kitas überlastet sind oder fehlen.

Kinder – eine schutzlose Minderheit

Kinder sind die schwächste, aber wichtigste Minderheit unserer Gesellschaft. Sie haben keine Lobby. Sie können ihre Stimme noch nicht erheben, sie können nicht protestieren. Und genau deshalb müssen wir Erwachsenen dafür sorgen, dass ihre Rechte geschützt werden.
Aladin El-Mafaalani beschreibt in seinem Buch „Kinder – Minderheit ohne Schutz“, wie Kinder in einer alternden Gesellschaft immer weniger gesehen werden und politische Entscheidungen von den Interessen der Erwachsenen geprägt werden. Er fordert einen Minderheitenschutz für Kinder – und damit eine Politik, die sie ernst nimmt.

Bundespolitik: Ansprüche der Familien runterfahren?

Parallel zu den Herausforderungen in NRW fordert die Bundesministerin Prien, die Ansprüche der Familien an die Kinderbetreuung zu reduzieren. Es geht nicht um Qualität sondern um Quantität. Betreuung und Bildung werden nicht gestärkt, sondern beschnitten. Fachkräfte sehen sich weiter überlastet, während Eltern auf Unterstützung verzichten sollen. Und auf wessen Rücken wird das ausgetragen? Auf dem der Kinder. Kinder verlieren so immer weiter wertvolle Chancen für frühkindliche Förderung.

Aufwachsen in Würde ist ein Recht

Kinder haben ein Recht auf Bildung, auf Förderung und auf eine Betreuung, die ihre Entwicklung unterstützt. Familien haben ein Recht auf auf verlässliche Strukturen und Entlastung. Fachkräfte haben ein Recht auf Wertschätzung, faire Bezahlung und menschenwürdige Arbeitsbedingungen.
Wenn wir weiterhin die Qualität der Betreuung beschneiden, Gruppen vergrößern, Kitas schließen und die Kindertagespflege aushöhlen, dann ist das ein System, das Kinder und Familien im Stich lässt.

Jetzt aktiv werden

Wir dürfen nicht schweigen. Jede:r von uns kann etwas tun:

  • Engagiert euch in den Fachkräfteverbänden der einzelnen Länder, unterstützt den Austausch, bringt eure Expertise ein.
  • Schreibt offene Briefe an Politiker:innen, fordert Transparenz, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Investitionen in die Bildung unserer Kinder.
  • Beteiligt euch an offenen Anhörungen und geht zu Ausschusssitzungen auf kommunaler Ebene.
  • Teilt eure Erfahrungen und Geschichten, macht deutlich: Die Politik darf Kinder, Eltern und Fachkräfte nicht länger ignorieren.

Aufwachsen in Würde darf kein Privileg sein. Es ist ein Recht – ein Recht, das wir verteidigen müssen, bevor es zu spät ist.

Eure Anja


Quellen:

El-Mafaalani, Aladin: Kinder – Minderheit ohne Schutz. Kiepenheuer & Witsch, 2025.

Jugendhilfeportal NRW – KiBiz-Reform

Ministerium für Schule und Bildung NRW – KiBiz