Ein gutes Team zeichnet sich dadurch aus, dass es möglichst ressourcenorientiert arbeitet. Wenn jede*r Mitarbeiter*in sich mit seinen individuellen Stärken und Kompetenzen in die Arbeit einbringen kann, fördert dies zum einen die Motivation des*der Einzelnen und zum anderen wirkt es sich insgesamt positiv auf die Zusammenarbeit im Team aus.
Neue Kompetenzen werden erforderlich
In Zeiten wie diesen können von heute auf morgen ganz andere Fähigkeiten erforderlich werden als bislang. Das was bislang hilfreich und effektiv war, hilft im HomeOffice oder in der Notbetreuung nur bedingt weiter. Einige von Euch entdecken in dieser Situation ganz andere Seiten an sich. Es werden Stärken und Ressourcen sichtbar, die gerade jetzt wertvoll und hilfreich sind. Wichtig ist, dass gerade jetzt unter den veränderten Bedingungen, diese Stärken und Ressourcen neuen Raum bekommen. Es gilt herauszufinden, wer was wie in die Arbeit miteinbringen kann, damit ein Synergieeffekt entsteht, der die gemeinsame pädagogische Arbeit positiv beeinflusst. Das kann im Einzelfall ganz unterschiedlich aussehen. Da gibt es beispielsweise in Eurer Einrichtung ein*e Berufspraktikant*in, der*die sich gut mit neuen Medien auskennt und der*die jetzt die Aufgabe übernimmt, welche Technik sinnvoll ist, um beispielsweise kleine Filme für die Kinder und Eltern zu verschicken.
Das Pinguin Prinzip
Umso wohler der*die Einzelne sich mit seinem*ihren Aufgabenbereich fühlt, desto produktiver wird sich die Zusammenarbeit im Team gestalten. Eckhart von Hirschhausen hat diesen ressourcenorientierten Ansatz in einem seiner Kabarett-Programme als Pinguin-Prinzip bezeichnet.
Ich finde, dass Eckhart von Hirschhausen dieses Prinzip in diesem Video sehr gut zusammenfasst. Viele von Euch fühlen sich möglicherweise noch ähnlich unbeholfen in dieser neuen Situation wie ein Pinguin an Land.
Neue Kompetenzen entdecken
Begebt Euch auf die Spur, wo genau Eure Stärken liegen. Schaut, wo Ihr Euch bislang wohlgefühlt habt. Was war bisher Euer Element, in dem Ihr Euch elegant und geschickt bewegt habt? Was zeichnete diesen Bereich besonders aus? Welche Ressourcen und Kompetenzen waren bislang nützlich? Was konntet Ihr besonders gut? Handelt es sich bei diesen Ressourcen und Kompetenzen um ein besonderes Können, ein Hobby, spezielles Fach- bzw. Expertenwissen, besonderes Kommunikations- oder Organisationsgeschick? Wie könnt Ihr diese Fähigkeiten und Ressourcen auch in der aktuellen Situation mit in die gemeinsame Arbeit einbringen? Inwieweit gilt es die Kompetenzen zu verändern und an die Anforderungen anzupassen? Entdeckt Ihr auf einmal Kompetenzen und Ressourcen, die in Euch geschlummert haben und jetzt wichtig und wertvoll sind?
Überlegt gemeinsam im Team, wann wer wie und wo sich in seinem*ihrem Element befindet. Bestimmt haben die Kolleg*innen ergänzende Ideen und können Fähigkeiten von Euch benennen, die jetzt besonders gebraucht werden. Gebt den verschiedensten Fähigkeiten und Ressourcen die Chance nun aufzublühen und sich zu entfalten.
Ein starkes Team
Wenn jede*r sich von seinem spezifischen Platz aus – in Notbetreuung oder HomeOffice – sich mit seinen spezifischen Stärken und Ressourcen einbringen kann, werdet Ihr als starkes Team zusammenwachsen. Mit dieser Stärke könnt Ihr viele Herausforderungen gemeinsam meistern.
Viel Spaß auf Eurer Entdeckungsreise
Eure Anja
Zur Erinnerung: Ihr könnt Euch noch zu den Zoom-Erfahrungsaustausch am Mittwoch für Führungskräfte und am Donnerstag für Fachkräfte anmelden. Ich freue mich auf Euch.
Mit dem Betreuungsverbot seit dem 13. März seid Ihr vor ungewohnte Herausforderungen gestellt worden. Ihr befindet Euch seither im HomeOffice und seid teilweise in der Notbetreuung eingesetzt. Zunächst durften nur Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen betreut werden. Je nach Einrichtung bedeutet das für euch von 0 bis hin zu über 60 und mehr Kindern, die zu betreuen sind. Mittlerweile ist die Notbetreuung auch für Kinder, bei denen das Kindeswohl gefährdet ist, geöffnet.
Wiederbeginn
Aktuell wird auf vielen Ebenen darüber nachgedacht, welche Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte notwendig sind, um eine weitere schrittweise Öffnung von Kita und Kindertagespflege zu ermöglichen. Familien brauchen dringend Entlastung und trotzdem geht die Gesundheit vor. Zur Zeit bleiben viele Fragen offen und es werden in den kommenden Wochen noch viele Herausforderungen zu meistern sein.
Herausforderungen
Schon heute wird deutlich, dass viele Veränderungen auf Euch zukommen werden, die Einfluss auf Eure bisherige Pädagogik haben. Das Konzept der offenen oder gruppenübergreifenden Arbeit wird vorerst nicht umgesetzt werden können. Vorgaben zu festen Kleingruppen und Betreuung in einem eigenen Raum mit möglichst konstanten Betreuungspersonen haben zwangsläufig Auswirkung auf die Raumgestaltung und die Partizipationsmöglichkeiten der Kinder. In den Einrichtungen, in denen Mitarbeiter*innen zu den Risikogruppen gehören und deswegen in der Betreuung der Kinder nicht eingesetzt werden können, werden sich einzelne Kinder auf andere Bezugserzieher*innen einlassen müssen. Bring- und Abholsituationen verändern sich, da Eltern nur im äußersten Notfall die Einrichtungen betreten dürfen. Durch die stufenweise Aufnahme der Kinder in kleinen Gruppen ändern sich ggfs. die Gruppenzusammensetzungen. Kinder, die vorher miteinander befreundet waren, werden dann nicht unbedingt gemeinsam betreut, dürfen sich aber auch nicht gegenseitig in den Gruppen besuchen.
Konzeptionelle Überprüfung
In den nächsten Tagen und Wochen steht bei Euch die Überprüfung der bisherigen konzeptionellen Arbeit auf dem Plan. Es gilt die bisherige pädagogische Arbeit zu verändern und an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen.
Dazu sind folgende Fragen wichtig und hilfreich:
Was kommt jetzt für Euch neu dazu? Was müsst Ihr dabei berücksichtigen und dann in die Arbeit integrieren?
Was von dem bislang Bewährten könnt Ihr unter den veränderten Bedingungen erhalten und fortsetzen?
Wovon müsst Ihr Euch vorerst verabschieden, damit Ihr die Betreuung und pädagogische Arbeit unter den veränderten Rahmenbedingungen umsetzen könnt?
Alle mitnehmen
Die nächsten Wochen werden dadurch geprägt sein, dass Eure Arbeit mit den Kindern und Eltern einerseits und die Teamarbeit andererseits an verschiedenen Schauplätzen stattfinden. Da sind die Kinder, Eltern und Mitarbeiter*innen, die in der Notbetreuung zusammenkommen. Dann gibt es Kinder, Eltern und Mitarbeiter*innen, die aus den unterschiedlichsten Gründen zu Hause sind.
Wenn die Zahlen der zu betreuenden Kinder wieder zunehmen, finde ich es wichtig, zum einen die Familien zu Hause weiterhin miteinzubeziehen und die Kolleg*innen zu Hause im HomeOffice auch nicht zu vergessen. Bewährte und erprobte Kommunikationswege aus den letzten Wochen könnt Ihr fortsetzen, um über Briefe, Telefon und Videokonferenzen weiterhin mit Familien und Kolleg*innen in Verbindung zu bleiben.
Eure Kolleg*innen, die vorerst aus den unterschiedlichsten gesundheitlichen und familiären Gründen nicht wieder in die Einrichtungen zur Arbeit kommen können, gehören auch weiterhin zum Team dazu. Überlegt gemeinsam, wie Ihr im Kontakt bleibt und Eure Zusammenarbeit gestaltet. So könnt Ihr beispielsweise:
gemeinsam Aufgaben absprechen, die die Kolleg*innen im HomeOffice ergänzend übernehmen
aus dem Alltag mit den Kindern berichten
Euch auch weiterhin über Kinder austauschen und Rat beieinander suchen
ab und zu einen Besuch am Zaun des Kindergartens abstatten, um den persönlichen Kontakt auf Abstand zu pflegen
die Kolleg*innen im HomeOffice über Videokonferenzen mit in die Teamsitzungen einbeziehen und
sie am Veränderungsprozess beteiligen.
Stärken nutzen
Nutzt die Gelegenheit Euch über die unterschiedlichen Ressourcen und Stärken im Team bewusst zu werden. Was hat jede*r von euch in dieser Situation und von seiner*ihrer Position heraus einzubringen, das aktuell gewinnbringend für das ganze Team und die pädagogische Arbeit ist? In diesem Bewusstsein fühlt sich jede*r von euch wahrgenommen, gebraucht und gewertschätzt fühlen.
Heute möchte ich den Beitrag mit einem Zitat von Pep Gardiola beenden: „Wir brauchen die ganze Truppe, jeden Spieler des Teams, wenn wir erfolgreich sein wollen.“
In diesem Sinne wünsche ich Euch einen guten Start in die Woche.
Eure Anja
Tipp:
Online-Seminar für Leitungskräfte: Neues entsteht – Teamprozesse in Zeiten „nach“ Corona erkennen und bgleiten
Während meiner Coachingausbildung sagte mein Ausbildner Heinrich Fallner immer zu uns: „Coaching ohne Humor ist witzlos.“ Da ich von Natur aus ein sehr humorvoller Mensch bin, möchte ich diesen Satz dahingehend erweitern: „Das Leben ohne Humor ist witzlos.“ Im Laufe meines Lebens habe ich Humor in seinen unterschiedlichsten Facetten und Wirksamkeiten als wichtige und wertvolle Ressource erlebt und erfahren. In Zeiten wie diesen ist es bestimmt nicht immer leicht, einfach mal beherzt zu lachen, sich zu amüsieren, sich zu erfreuen und Spaß zu haben. Trotzdem oder gerade jetzt ist wichtig, sich den Humor zu bewahren.
Der Humor und seine Wirkung
Schon Sigmund Freud hat darauf hingewiesen, dass „der Humor nicht nur etwas Befreiendes,… sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes“ hat. Für mich hat Humor neben der befreienden Heiterkeit auch immer etwas von Trost und Mitgefühl. Es tut einfach gut in schwierigen Situationen, gemeinsam mit anderen zu lachen.
„Lachen ist die beste Medizin.“, weiß der Volksmund zu berichten. Diese Weisheit ist mittlerweile durch viele Studien untermauert worden. Beim Lachen schütten wir Glückshormone aus, die sich positiv auf unser Immunsystem auswirken. Lachen lockert Körper, Geist und Seele. Es macht frei, eröffnet Kreativität und gibt Kraft.
Humor und Lachen haben ganz vielfältige Wirkungen:
Gemeinsames Lachen stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
In angstauslösenden Situationen helfen Humor und Lachen sich von der Gefahr zu distanzieren und das Gefühl der Angst damit zu verringern.
Humor kann Selbstmitleid verringern.
Humor und Lachen helfen eigene Fehler anzunehmen und zur eigenen Unvollkommenheit zu stehen.
Lachen befreit und macht einfach nur Spaß. Es weckt das innere Kind in uns.
In der pädagogischen Arbeit mit den Kindern sind Humor und Lachen wichtige Zutaten für eine gelingende Erziehung und Beziehung.
Lache mehrmals am Tag
„Lache dreimal am Tag mit Deinem Kind.“ Das ist eine Empfehlung von Pestalozzi, die er vor 200 Jahren aussprach. Ich hoffe von ganzem Herzen mit Euch, dass Ihr schon bald wieder ganz viel mit Euren Kindern in der Kita und Kindertagespflege lachen könnt.
Für heute wünsche ich Euch, dass Ihr mit einem Lachen im Gesicht in das kommende Wochenende startet.
Neben den „Räumen der Veränderung“ (s. vorherigen Beitrag) gibt es ein weiteres hilfreiches Modell, dass die Vorgänge während eines Veränderungsprozesses verdeutlicht. Es handelt sich um die „Veränderungskurve“ nach Kübler-Ross, die das emotionale Erleben der am Prozess beteiligten Personen fokussiert. Mit Hilfe dieser Kurve lässt sich ableiten, ab wann bei den Mitarbeiter*innen eine Veränderungsbereitschaft entsteht, an der die Führungskraft ansetzen kann. Häufig wird versucht, die Veränderung voranzubringen, ohne die Befindlichkeiten der einzelnen Mitarbeiter*innen zu berücksichtigen. Das führt oftmals dazu, dass der Prozess stagniert oder zum Stillstand kommt. Im Team kommt es dann häufig zu Frustration und Ermüdung. Mit dem Wissen um die verschiedenen Phasen und die damit verbundenen Befindlichkeiten, ist es möglich die Widerstände und Blockaden zu analysieren und sie möglichst zu reduzieren.
Die 7 Phasen der Veränderung
Die Veränderungskurve (s. Abb. oben) teilt einen Veränderungsprozess in 7 Phasen ein:
Nach Ankündigung einer notwendigen Veränderung reagieren die Beteiligten mit Schock. Manchmal ist der Veränderung eine negative Vorahnung vorausgegangen, die dann plötzlich real wird. In dieser 1. Phase fühlen sich die Mitarbeiter*innen handlungsunfähig. Die Dauer und Schwere des Schocks ist davon abhängig, wie betroffen der*die Einzelne von der Veränderung ist.
Auf den Schock folgt dann die Verneinung. In dieser 2. Phase wird die Veränderung zunächst abgelehnt und teilweise verdrängt. Die Person weist die Veränderung von sich mit den Worten: „Das alles betrifft mich sowieso nicht. Das geht nur die anderen etwas an.“ Dies geschieht zunächst aus dem Selbstschutz heraus, sich nicht mit etwas Neuem auseinandersetzen zu müssen.
In der nächsten Phase folgt dann die Trauer, im Einzelfall auch Depression. Die Person befindet sich im sog. Tal der Tränen. Die Veränderungsbereitschaft befindet sich auf dem Nullpunkt. Gefühle wie Wut, Frust und Aggression sind keine Seltenheit. Es braucht viel Fingerspitzengefühl, die Mitarbeiter*innen hier wieder herauszuholen.
Als nächstes folgt die Phase des innerlichen Abschieds. Das Alte wird losgelassen und die Person setzt sich mit den neuen Gegebenheiten auseinander. Dies geschieht zunächst mehr auf der rationalen Ebene. Die Veränderungsbereitschaft ist auch in dieser Phase weiterhin auf dem Nullpunkt. Ermutigende und motivierende Worte finden in oftmals kein Gehör.
Erst in der 5. Phase wird die beginnende Akzeptanz für die Veränderung spürbar. Der*Die Mitarbeiter*in lässt sich langsam auf die neue Situation ein. Der Grad der Veränderungsbereitschaft erhöht sich. Für die Führungskraft bietet sich erst dann die Möglichkeit, den Veränderungsprozess richtig anzustoßen, indem sie Perspektiven und mögliche Wege aufzeigt.
Daran schließt sich die Phase des Ausprobierens an. Die Mitarbeiter*innen geben dem Neuen eine Chance und können der Veränderung sogar etwas Gutes abgewinnen. Es wird nach Wegen gesucht und experimentiert.
Mit der 7. Phase, der Integration, haben sich alle am Prozess Beteiligten mit der neuen Situation, den neuen Rollen und den veränderten Strukturen vertraut gemacht. Die Veränderung wird als Normalität empfunden und angenommen. Es kehrt ein Gefühl von Sicherheit und Zufriedenheit ein. Das Team ist in einer neuen Handlungsfähigkeit und Produktivität angekommen – bis zur nächsten Veränderung. 😉
Einladung zur Selbstreflexion
Kommen Euch diese Phasen bekannt vor? Wo steht Ihr gerade? Wie habt Ihr den Schock überstanden? Liegt das Tal der Tränen hinter Euch? Mit welchen Gefühlen seid Ihr gerade unterwegs? Könnt Ihr schon wieder nach vorne schauen? Was probiert Ihr gerade aus? Wisst Ihr schon, wie die Veränderung sich in Euren Alltag integrieren lässt? Schaut gut auf den Prozess, in dem Ihr gerade mit eurem Team steckt und gebt den einzelnen Phasen den Raum, den sie brauchen.
Ich wünsche Euch viel Kraft und ein gutes Miteinander
Eure Anja
P.S.: Bist Du als Leitung tätig und auf der Suche nach einem Online-Seminar, das Dich dabei unterstützt, gemeinsam mit Deinem Team einen guten Weg für die pädagogische Arbeit in verrückten Zeiten zu entwickeln. Dann findest Du hier weitere Informationen:
Gerne könnt Ihr Euch auch auf meiner Seite Online-Coaching über meine Angebote zur Begleitung von Pädagogischen Fachkräften und Leitungskräften erkundigen.
Euer Arbeitsfeld ist seit jeher von vielen Veränderungen geprägt. Auslöser hierfür waren bislang in der Regel gesetzliche Vorgaben, Dienstanweisungen, konzeptionelle Weiterentwicklungen und pädagogische Neuerungen. Die damit verbundenen Veränderungen erforderten schon immer eine hohe Flexibilität von Euch als Fachkräfte. Nicht nur beruflich, sondern auch privat müssen wir uns immer wieder auf neue Situationen einlassen. Veränderungen begegnen uns im Laufe unseres Lebens immer wieder. Jede*r von uns hat sein eigenes Tempo und seinen eigenen Weg, um mit diesen Veränderungen umzugehen.
Hierzu möchte ich heute das Modell „Räume der Veränderung“ vorstellen, mit dem Ihr nachvollziehen könnt, was die Veränderungen der letzten Wochen in Euch ausgelöst haben und wo Ihr heute in diesem Prozess steht. Ich selbst nutze dieses Modell schon seit vielen Jahren zur Selbstreflexion und in verschiedenen Einzel- und Teamcoachings. Kennengelernt habe ich es bei meinem Lehrcoach Michael Pohl.
Die Räume der Veränderung
Die „Räume der Veränderung“ könnt Ihr Euch wie einen Grundriss einer Wohnung vorstellen. Durchwandert diese Räume in Gedanken, zeichnet Euch den Grundriss auf ein Blatt Papier und wandert mit einer Spielfigur dort hindurch oder legt das Modell mit Seilen auf den Boden und stellt Euch in die einzelnen Räume.
Ihr beginnt im Raum der relativen Zufriedenheit. Das ist der Zustand, in dem Ihr Euch vor der Veränderung befunden habt. In diesem Raum ist alles vertraut und bekannt. Jede*r kennt die Spielregeln, weiß was erwartet wird und was zu tun ist. Hier ist alles mehr oder weniger gut und grundsätzlich darf das auch so bleiben.
Mit der Veränderung befindet Ihr Euch auf einmal im Raum des Zweifelns. Hier hinterfragt Ihr den Sinn und die Notwendigkeit der Veränderung. Ihr seid verunsichert und wißt nicht, wo das Ganze hinführen soll. Ihr zweifelt oft an Euch selbst, ob Ihr den Anforderungen überhaupt gewachsen seid.
Im Einzelfall werden die Zweifel so groß, dass sie in Ablehnung umschlagen. Dann befinden Ihr Euch auf einmal im Keller der Ablehnung und verweigert Euch, an dem Veränderungsprozess weiterhin teilzunehmen. Es baut sich ein Widerstand auf, der manchmal nur durch die Hilfe von außen wieder auflösbar ist.
An dem Bild von den Räumen der Veränderung (s.o.) ist zu erkennen, dass der Weg aus dem Keller der Ablehnung wieder über den Raum des Zweifelns führt. Von da aus kommt Ihr dann nach einer Weile in den Raum der Konfusion. In diesem Raum haben sich die Zweifel gelöst. Ihr nehmt die Notwendigkeit der Veränderung weitestgehend an. Trotzdem ist Euch hier noch nicht klar, wie diese Veränderung im Einzelnen aussehen wird. Es sind weitere Fragen zu klären. Was von dem bisherigen gilt noch? Was kommt neu dazu? Wovon müssen Ihr Euch verabschieden?
Wenn diese Fragen weitestgehend geklärt sind, betretet Ihr den Raum der Neuorientierung. In diesem Raum verweilt Ihr eine ganze Zeit bis sich die Neuerungen stabilisiert haben. Hier probiert Ihr aus und manches verwerft Ihr auch wieder.
Erst wenn die Neuerungen sich für Euch vertraut und passend anfühlen, kommt Ihr wieder in den Raum der relativen Zufriedenheit. Damit schließt sich der Kreis und der Veränderungsprozess endet in der Neuorientierung, die sich in den Alltag einfügt.
Veränderung braucht Zeit
Solche Veränderungen können sich manchmal etwas hinziehen und brauchen Zeit. Es ist dabei völlig normal, immer wieder in vorherige Räume zurückzukehren. Ergänzend möchte ich Euch eine wertvolle Anregung einer Leitungskollegin mit auf den Weg geben. Sie hat kurzerhand in einem Seminar weitere Räume an den Grubdriss angebaut: die Küche, einen Wellnessraum und den Balkon. In der Küche trefft Ihr Euch mit anderen zum Austausch und sorgt für Euer leibliches Wohl. Der Wellnessraum bietet die notwendige Entspannung, um Kraft zu tanken. Auf dem Balkon atmet Ihr tief durch und bekommt frischen Wind in Eure Gedanken. Die Raucher unter Euch können hier auch eine kleine Raucherpause einlegen. 😉
Jetzt seid Ihr dran. Ich möchte Euch dazu einladen, mit Hilfe der Methode „Räume der Veränderung“ die letzten Wochen zu reflektieren. Wo steht Ihr heute? Was braucht Ihr, um den nächsten Raum betreten zu können? Wo steckt Ihr vielleicht gerade fest? Wer kann Euch da heraus helfen? Kennt Ihr jemanden, der sich gerade im Keller der Ablehnung befindet und von Euch ein motivierendes Wort brauchen könnte?
Nutzt das Model heute und auch in der Zukunft, um Euch und Andere besser zu verstehen zu können.
Bleibt achtsam mit Euch und Anderen
Eure Anja
P.S. Gerne könnt Ihr Euch auch auf meiner Seite Online-Coaching über meine Angebote zur Begleitung von Pädagogischen Fachkräften und Leitungskräften erkundigen.
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