In vielen Einrichtungen steht jetzt der schrittweise Übergang der älteren Krippenkinder in die Kita bevor. In den reinen Krippen werden diese Kinder das Haus zum Sommer verlassen. In anderen Kitas wechseln die Kinder die Gruppen intern.
Abschied von der Krippe
Durch die Schließung der Krippen und Kitas steht dieser Wechsel unter anderen Vorzeichen als in den vergangenen Jahren. In den Krippen stellt sich beispielsweise aktuell die Frage, ob und für wie lange die Kinder die Krippe noch besuchen werden. Es gilt neue Abschiedsrituale zu entwickeln, die auch für den Fall umsetzbar sind, falls die Kinder nicht in die Krippe zurückkehren. Gemeinsame Eltern-Kind-Aktionen werden in diesem Jahr nicht möglich sein. Die Einrichtungen, die bereits Videokonferenzen in der Elternarbeit einsetzen, können hierüber beispielsweise zu einem gemeinsamen Abschiedskaffee mit den Eltern einladen. Kleine Abschiedsgeschenke, Briefe und Portfoliomappen können nach Hause gebracht oder am Zaun überreicht werden. So entsteht noch einmal ein kurzer persönlicher Kontakt, um sich von den Eltern und Kindern zu verabschieden.
Übergang in die Kita
Bei den Kitas, in denen jetzt zum Sommer für die älteren Krippenkinder ein interner Wechsel ansteht, stellt sich die Frage, ob es noch sinnvoll ist, dass die Kinder in die ursprünglichen Gruppen zurückkehren. Eine Alternative wäre, diese Kinder direkt in den neuen Gruppen einzugewöhnen. Somit hätte das Kind einen Übergang zu bewältigen und nicht zwei innerhalb kürzester Zeit.
Um dem Kind eine gute Brücke für den internen Übergang von Krippe zu Kita zu bauen, ist die Zusammenarbeit und der Austausch aller Beteiligter sehr wichtig. Die aktuelle Ausnahmesituation stellt Euch dabei vor besondere Herausforderungen. Das bestehende Betretungsverbot für die Eltern führt dazu, dass der Umzug des Kindes möglichst außerhalb der Kinderbetreuungszeit stattfinden sollte. Zum Beispiel kann der*die bisherige Bezugserzieher*in mit dem Kind und den Eltern einen Koffer packen und das Kind anschließend in die neue Gruppe begleiten. Dort wird es von dem*der Kollegen*in in Empfang genommen und erobert dann gemeinsam mit den Eltern und dem*der neuen Bezugserzieher*in seinen Gaderobenplatz und die neue Gruppe. Das Kind lernt so im geschützten Rahmen den*die neue Ansprechpartner*in kennen. Am nächsten Tag nimmt er*sie das Kind in Empfang und baut behutsam eine Beziehung zum Kind auf.
Versuch und Irrtum führen zum Ziel
Soweit meine ersten Überlegungen, wie dieser Übergang von Krippe zu Kita gestaltet werden kann. Ich lade Euch zum Querdenken ein, um bestmögliche Lösungen für die Kinder zu finden. Traut Euch auszuprobieren, zu experimentieren und ggfs. die Lösungen wieder zu verwerfen, wenn etwas nicht klappt. Haltet es mit Edison, dem Erfinder der Glühlampe, der gesagt hat: „Ich habe 1000 Wege gefunden wie es nicht geht.“ Dennoch hat er nicht aufgegeben und dabei schließlich die Glühlampe erfunden.
Ich wünsche Euch viele Einfälle und Experimentierfreudigkeit auf Eurem individuellem Lösungsweg. Ich bin neugierig auf das, was Ihr dazu entwickelt und freue mich über Eure Berichte in den Kommentaren.
Aus der Transitionsforschung ist bekannt, wie wichtig gut gestaltete Übergänge für einen Menschen sind. Gerade die Übergänge in den ersten Lebensjahren sind sehr prägend für die weitere Entwicklung. Für viele Eurer Kinder war der Eintritt in Eure Kita die erste Übergangserfahrung. Die meisten dieser Kinder waren vor der Schließung der Kitas gut bei euch angekommen und haben sich wohlgefühlt. Mit der Schließung wurden sie von heute auf morgen aus dem vertrauten Kita-Alltag herausgerissen. Nun zeichnet sich nach gut 8 Wochen ab, dass die Einrichtungen schrittweise wieder geöffnet werden sollen. Dabei bleiben vorerst noch viele Fragen offen, wie die einzelnen Empfehlungen zu Abstandsregelungen, Gruppengrößen, Binnendifferenzierung und Infektionsschutz in die Praxis integrierbar sind. Für viele von Euch bedeutet das, sich von liebgewonnen und oftmals zäh umkämpften pädagogischen Grundsätzen vorerst zu verabschieden. Im Vordergrund steht jetzt erst einmal die Herausforderung, diesen Übergang trotz aller Vorgaben möglichst kindgerecht zu gestalten.
Erste Vorbereitungen
Für einige Kinder wird die Rückkehr in die Kita wie eine neue Eingewöhnung sein. Hinzu kommt, dass durch die veränderten Rahmenbedingungen der ganze Tagesablauf vom Bringen bis zum Abholen den Kindern unbekannt ist. Ihr werdet daher gemeinsam mit den Kindern und Eltern neue Rituale entwickeln müssen.
Deswegen ist es empfehlenswert, wenn Ihr vor dem 1. Tag der Rückkehr der Kinder Kontakt zu den Eltern aufnehmt und mit Ihnen ein Informationsgespräch per Telefon führt. Ähnlich wie beim ersten Aufnahmegespräch geht es hierbei darum, die Eltern über den Tagesablauf bzgl. Infektionsschutzmaßnahmen, Abstandsregelungen, veränderte Bring- und Abholsituationen zu informieren. Hilfreich wäre die Erstellung eines schriftlichen Leitfadens, der den Eltern zusätzlich Orientierung gibt. Mit Hilfe dieses Leitfadens können die Eltern ihre Kinder auf die Veränderungen vorbereiten. Ergänzend könnt Ihr einen Brief mit einem Foto von dem Raum und Euch an die Kinder schicken.
Es ist viel passiert
Für Euch wird es spannend, wie sich die Kinder in den letzten Wochen entwickelt haben. Bei einigen wird es Fortschritte und Weiterentwicklungen geben, in 8 Wochen und mehr passiert eine ganze Menge. Andere haben möglicherweise auch Rückschritte gemacht.
Auf jeden Fall werden die Kinder ganz unterschiedlich bei Ihrer Rückkehr in die Kita reagieren:
da gibt es Kinder, die sich freuen, endlich wieder mit anderen Kindern spielen zu können und Anregungen außerhalb der Familie zu bekommen
andere werden sich nur ungerne von den Eltern lösen und trennen nach dieser langen Zeit der ungeteilten Aufmerksamkeit
einige Kinder werden verängstigt und verunsichert zurückkehren
etc.
Fragen an die Eltern
Um die Kinder da abzuholen, wo sie jetzt stehen, bietet es sich an, einen neuen Anamnesebogen zu entwickeln. In diesem Fragebogen könnt Ihr bei den Eltern folgende Informationen erfragen:
Wie haben Sie und Ihr Kind die letzten Wochen erlebt?
Wie haben Sie und Ihr Kind die Zeit miteinander verbracht?
Weiß Ihr Kind, warum es nicht in die Kita kommen konnte?
Haben Sie mit Ihrem Kind über Corona gesprochen? Was weiß Ihr Kind darüber?
Äußert oder zeigt Ihr Kind Ängste, die mit Corona in Verbindung stehen?
Haben Sie an Ihrem Kind Verhaltensveränderungen beobachtet, die für uns wichtig sein könnten?
Welche Entwicklungsschritte hat Ihr Kind in den letzten Wochen gemacht? Was hat es dazu gelernt?
Freut sich Ihr Kind drauf, wieder in die Kita zu kommen?
Worauf freut sich Ihr Kind am meisten?
Wie, vermuten Sie, wird sich Ihr Kind bei der Trennung verhalten?
Welche neuen Rituale können wir gemeinsam finden, um die Verabschiedung in der veränderten Bringsituation zu gestalten?
Welches Übergangsobjekt kann dieses Ritual unterstützen?
etc.
Mit Hilfe dieser Fragen werdet Ihr einen guten Übergang für das Kind gestalten können. Bei allen Vorgaben und Empfehlungen sollte auf jeden Fall die Befindlichkeit des Kindes Vorrang haben. Entwickelt von vornherein einen Plan B, falls ein Kind sich nicht an der Tür von den Eltern verabschieden kann. Das Betretungsverbot für Eltern lässt Ausnahmen in Notfällen zu. Macht Gebrauch davon, um die Kinder nicht unnötig mehr zu belasten und zu verunsichern.
Und dann erst einmal Ankommen
Schaut, was den Kindern gut tut und Sicherheit gibt. Lasst die Kinder möglichst viel spielen, ermöglicht Ihnen viel Berwegung an der frischen Luft und schafft überschaubare Tagesstrukturen. Seid aufmerksam für die Sorgen und Ängste einzelner Kinder und beantwortet aufkommende Fragen nach Bedarf.
Nehmt Euch in den nächsten Wochen Zeit für das gemeinsame Ankommen. Ich wünsche Euch einen guten Start in eine neue Normalität.
Am 14.05.2020 gibt es einen weiteren Zoom Erfahrungsaustausch für Leitungskräfte. Dort wollen wir den Wiederbeginn mit Kindern, Eltern und Team reflektieren und gemeinsam weitere Ideen entwickeln.
Am 20.05.2020 findet dieser Erfahrungsaustausch wieder für pädagogische Fachkräfte statt.
Ab sofort könnt Ihr Euch über das Kontaktformular oder durch eine Email an: anjacantzler@t-online.de dazu anmelden.
Mittlerweile arbeitet Ihr seit 7 Wochen unter veränderten Rahmenbedingungen. Die meisten von Euch dürften das „Tal der Tränen“ (s. Blogbeitrag „Die Veränderungskurve“) hinter sich gelassen haben. Jetzt heißt es gemeinsam wieder nach vorne zu schauen und Wege finden, wie die nächsten Wochen in der Zusammenarbeit mit Kindern, Eltern und Teamkolleg*innen gestaltet werden können. Ausprobieren, experimentieren und gefundene Lösungen wieder verwerfen, werden Euren Alltag prägen. Dafür braucht Ihr viel Kreativität, Flexibilität und Energie.
Erfolge wahrnehmen
Um Eure Motivation für diesen Prozess aufrecht zu erhalten, ist es wichtig und hilfreich, dass Ihr Eure Erfolge im Team wahrnehmt und wertschätzt. Erfahrungsgemäß wird viel zu sehr das fokussiert, was in diesen Prozessen gerade nicht geht oder was nicht funktioniert hat. Als Coach und Supervisorin bitte ich Euch, bewusst Eure ressourcen- und lösungsorientierte Brille aufzusetzen. Fragt Euch am Ende eines Tages bzw. am Ende einer Woche:
Was habt Ihr als Teammitglied/ als Team geschafft und erreicht?
Was ist Euch gelungen?
Was hat dazu beigetragen, dass Ihr das geschafft habt?
Welche Stärken und Kompetenzen habt Ihr als Teammitglied/ als Team gewinnbringend eingebracht?
Was lernt Ihr für den weiteren Prozess daraus?
Was kann Euch davon für den weiteren Weg bzw. Prozess hilfreich sein?
Mit Hilfe dieser Fragen konzentriert Ihr Euch auf Eure Erfolgsanalyse. Ihr begebt Euch mit dem Team auf Schatzsuche zu den besonderen Ressourcen und Kompetenzen, die Euer Team ausmachen. Diese werden zu Eurer Basis, um nach dem Motto „Wenn etwas gelingt, mach mehr daraus.“ zu handeln. Euer Team konzentriert sich damit zunehmend auf das was möglich ist. Somit löst Ihr Euch zunehmend von den blockierenden Gedanken, was alles nicht geht. Ungeahnte Wege tun sich auf, Ihr kommt ins aktive Handeln und entwickelt gemeinsam gangbare Lösungen. Dadurch spürt Ihr in diesem Prozess die eigene Selbstwirksamkeit, d.h. Ihr macht die Erfahrung, dass Ihr mit Eurem Handeln die Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit im vorgegebenen Rahmen selbst gestallten und beinflussen könnt.
Erfolge dokumentieren
Mit einem „Erfolgsbuch“ könntet Ihr dann Eure Erfolge dokumentieren. Darin sammelt Ihr diese für Euch bzw. im Team täglich oder einmal die Woche unter den folgenden Fragestellungen:
Was ist Euch gut gelungen?
Was hat Euch glücklich gemacht?
Wofür seid Ihr besonders dankbar?
Was ist Euer Ziel für den kommenden Tag/ für die kommende Woche?
Ein solches Erfolgsbuch verdeutlicht Euch Stück für Stück, das was Ihr bereits gemeinsam geschafft und erreicht habt.
Erfolge feiern
Abschließend möchte ich Euch dazu einladen, diese Erfolge zu wertschätzen und angemessen zu feiern. Auch in Zeiten wie jetzt, in denen Ihr nicht immer alle in der Einrichtung am selben Ort seid, gibt es viele Möglichkeiten, Eure kleinen und großen Erfolge zu feiern, z.B. mit:
einem Bild von Sektgläsern oder einem Feuerwerk, das Ihr den Kolleg*innen per WhatsApp zusendet
einem netten Telefonat, wo Ihr Euch bei den Kolleg*innen bedankt
einer gemeinsamen Videokonferenz, bei der Ihr zusammen Kaffee trinkt
einem Gutschein für eine Kugel Eis
einem Dankesbrief per Email
o.ä.
Ihr findet bestimmt schöne, für Euch passende Rituale, die auch nach dieser herausfordernden Zeit in veränderter Form fortgesetzt werden können. Das gemeinsame Feiern Eurer Erfolge bringt Euch auf jeden Fall als Team näher zusammen und stärkt das Wir-Gefühl.
Für Heute wünsche ich Euch einen schönen 1. Mai
Eure Anja
Zur Erinnerung:
Heute Donnerstag, den 30.04.2020, von 14.30 – 16.30 Uhr treffen wir uns zu einem live Zoom Meeting zum Thema: Wieder-Eingewöhnung, Beziehungsgestaltung und Wiedereinstieg in der Notbetreuung und nach dem Lockdown(kostenfrei). Wie geht es jetzt weiter, wenn wieder vermehrt Kinder in die Kita kommen? Was erwartet Euch? Wie werden die Kinder reagieren? Wie könnt Ihr an die Beziehung wieder anknüpfen?
Anmeldung per Email: anjacantzler@t-online.de bis zum 29.04.2020 um 12.00 Uhr
Nach der Anmeldung schicke ich Euch die Zugangsdaten, damit Ihr Euch in das Meeting einloggen könnt.
Weitere Termine zum Vormerken: Mittwoch, 20.05.2020 und Donnerstag, 18.06.2020 jeweils 14.30 – 16.30Uhr
Ein gutes Team zeichnet sich dadurch aus, dass es möglichst ressourcenorientiert arbeitet. Wenn jede*r Mitarbeiter*in sich mit seinen individuellen Stärken und Kompetenzen in die Arbeit einbringen kann, fördert dies zum einen die Motivation des*der Einzelnen und zum anderen wirkt es sich insgesamt positiv auf die Zusammenarbeit im Team aus.
Neue Kompetenzen werden erforderlich
In Zeiten wie diesen können von heute auf morgen ganz andere Fähigkeiten erforderlich werden als bislang. Das was bislang hilfreich und effektiv war, hilft im HomeOffice oder in der Notbetreuung nur bedingt weiter. Einige von Euch entdecken in dieser Situation ganz andere Seiten an sich. Es werden Stärken und Ressourcen sichtbar, die gerade jetzt wertvoll und hilfreich sind. Wichtig ist, dass gerade jetzt unter den veränderten Bedingungen, diese Stärken und Ressourcen neuen Raum bekommen. Es gilt herauszufinden, wer was wie in die Arbeit miteinbringen kann, damit ein Synergieeffekt entsteht, der die gemeinsame pädagogische Arbeit positiv beeinflusst. Das kann im Einzelfall ganz unterschiedlich aussehen. Da gibt es beispielsweise in Eurer Einrichtung ein*e Berufspraktikant*in, der*die sich gut mit neuen Medien auskennt und der*die jetzt die Aufgabe übernimmt, welche Technik sinnvoll ist, um beispielsweise kleine Filme für die Kinder und Eltern zu verschicken.
Das Pinguin Prinzip
Umso wohler der*die Einzelne sich mit seinem*ihren Aufgabenbereich fühlt, desto produktiver wird sich die Zusammenarbeit im Team gestalten. Eckhart von Hirschhausen hat diesen ressourcenorientierten Ansatz in einem seiner Kabarett-Programme als Pinguin-Prinzip bezeichnet.
Ich finde, dass Eckhart von Hirschhausen dieses Prinzip in diesem Video sehr gut zusammenfasst. Viele von Euch fühlen sich möglicherweise noch ähnlich unbeholfen in dieser neuen Situation wie ein Pinguin an Land.
Neue Kompetenzen entdecken
Begebt Euch auf die Spur, wo genau Eure Stärken liegen. Schaut, wo Ihr Euch bislang wohlgefühlt habt. Was war bisher Euer Element, in dem Ihr Euch elegant und geschickt bewegt habt? Was zeichnete diesen Bereich besonders aus? Welche Ressourcen und Kompetenzen waren bislang nützlich? Was konntet Ihr besonders gut? Handelt es sich bei diesen Ressourcen und Kompetenzen um ein besonderes Können, ein Hobby, spezielles Fach- bzw. Expertenwissen, besonderes Kommunikations- oder Organisationsgeschick? Wie könnt Ihr diese Fähigkeiten und Ressourcen auch in der aktuellen Situation mit in die gemeinsame Arbeit einbringen? Inwieweit gilt es die Kompetenzen zu verändern und an die Anforderungen anzupassen? Entdeckt Ihr auf einmal Kompetenzen und Ressourcen, die in Euch geschlummert haben und jetzt wichtig und wertvoll sind?
Überlegt gemeinsam im Team, wann wer wie und wo sich in seinem*ihrem Element befindet. Bestimmt haben die Kolleg*innen ergänzende Ideen und können Fähigkeiten von Euch benennen, die jetzt besonders gebraucht werden. Gebt den verschiedensten Fähigkeiten und Ressourcen die Chance nun aufzublühen und sich zu entfalten.
Ein starkes Team
Wenn jede*r sich von seinem spezifischen Platz aus – in Notbetreuung oder HomeOffice – sich mit seinen spezifischen Stärken und Ressourcen einbringen kann, werdet Ihr als starkes Team zusammenwachsen. Mit dieser Stärke könnt Ihr viele Herausforderungen gemeinsam meistern.
Viel Spaß auf Eurer Entdeckungsreise
Eure Anja
Zur Erinnerung: Ihr könnt Euch noch zu den Zoom-Erfahrungsaustausch am Mittwoch für Führungskräfte und am Donnerstag für Fachkräfte anmelden. Ich freue mich auf Euch.
Mit dem Betreuungsverbot seit dem 13. März seid Ihr vor ungewohnte Herausforderungen gestellt worden. Ihr befindet Euch seither im HomeOffice und seid teilweise in der Notbetreuung eingesetzt. Zunächst durften nur Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen betreut werden. Je nach Einrichtung bedeutet das für euch von 0 bis hin zu über 60 und mehr Kindern, die zu betreuen sind. Mittlerweile ist die Notbetreuung auch für Kinder, bei denen das Kindeswohl gefährdet ist, geöffnet.
Wiederbeginn
Aktuell wird auf vielen Ebenen darüber nachgedacht, welche Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte notwendig sind, um eine weitere schrittweise Öffnung von Kita und Kindertagespflege zu ermöglichen. Familien brauchen dringend Entlastung und trotzdem geht die Gesundheit vor. Zur Zeit bleiben viele Fragen offen und es werden in den kommenden Wochen noch viele Herausforderungen zu meistern sein.
Herausforderungen
Schon heute wird deutlich, dass viele Veränderungen auf Euch zukommen werden, die Einfluss auf Eure bisherige Pädagogik haben. Das Konzept der offenen oder gruppenübergreifenden Arbeit wird vorerst nicht umgesetzt werden können. Vorgaben zu festen Kleingruppen und Betreuung in einem eigenen Raum mit möglichst konstanten Betreuungspersonen haben zwangsläufig Auswirkung auf die Raumgestaltung und die Partizipationsmöglichkeiten der Kinder. In den Einrichtungen, in denen Mitarbeiter*innen zu den Risikogruppen gehören und deswegen in der Betreuung der Kinder nicht eingesetzt werden können, werden sich einzelne Kinder auf andere Bezugserzieher*innen einlassen müssen. Bring- und Abholsituationen verändern sich, da Eltern nur im äußersten Notfall die Einrichtungen betreten dürfen. Durch die stufenweise Aufnahme der Kinder in kleinen Gruppen ändern sich ggfs. die Gruppenzusammensetzungen. Kinder, die vorher miteinander befreundet waren, werden dann nicht unbedingt gemeinsam betreut, dürfen sich aber auch nicht gegenseitig in den Gruppen besuchen.
Konzeptionelle Überprüfung
In den nächsten Tagen und Wochen steht bei Euch die Überprüfung der bisherigen konzeptionellen Arbeit auf dem Plan. Es gilt die bisherige pädagogische Arbeit zu verändern und an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen.
Dazu sind folgende Fragen wichtig und hilfreich:
Was kommt jetzt für Euch neu dazu? Was müsst Ihr dabei berücksichtigen und dann in die Arbeit integrieren?
Was von dem bislang Bewährten könnt Ihr unter den veränderten Bedingungen erhalten und fortsetzen?
Wovon müsst Ihr Euch vorerst verabschieden, damit Ihr die Betreuung und pädagogische Arbeit unter den veränderten Rahmenbedingungen umsetzen könnt?
Alle mitnehmen
Die nächsten Wochen werden dadurch geprägt sein, dass Eure Arbeit mit den Kindern und Eltern einerseits und die Teamarbeit andererseits an verschiedenen Schauplätzen stattfinden. Da sind die Kinder, Eltern und Mitarbeiter*innen, die in der Notbetreuung zusammenkommen. Dann gibt es Kinder, Eltern und Mitarbeiter*innen, die aus den unterschiedlichsten Gründen zu Hause sind.
Wenn die Zahlen der zu betreuenden Kinder wieder zunehmen, finde ich es wichtig, zum einen die Familien zu Hause weiterhin miteinzubeziehen und die Kolleg*innen zu Hause im HomeOffice auch nicht zu vergessen. Bewährte und erprobte Kommunikationswege aus den letzten Wochen könnt Ihr fortsetzen, um über Briefe, Telefon und Videokonferenzen weiterhin mit Familien und Kolleg*innen in Verbindung zu bleiben.
Eure Kolleg*innen, die vorerst aus den unterschiedlichsten gesundheitlichen und familiären Gründen nicht wieder in die Einrichtungen zur Arbeit kommen können, gehören auch weiterhin zum Team dazu. Überlegt gemeinsam, wie Ihr im Kontakt bleibt und Eure Zusammenarbeit gestaltet. So könnt Ihr beispielsweise:
gemeinsam Aufgaben absprechen, die die Kolleg*innen im HomeOffice ergänzend übernehmen
aus dem Alltag mit den Kindern berichten
Euch auch weiterhin über Kinder austauschen und Rat beieinander suchen
ab und zu einen Besuch am Zaun des Kindergartens abstatten, um den persönlichen Kontakt auf Abstand zu pflegen
die Kolleg*innen im HomeOffice über Videokonferenzen mit in die Teamsitzungen einbeziehen und
sie am Veränderungsprozess beteiligen.
Stärken nutzen
Nutzt die Gelegenheit Euch über die unterschiedlichen Ressourcen und Stärken im Team bewusst zu werden. Was hat jede*r von euch in dieser Situation und von seiner*ihrer Position heraus einzubringen, das aktuell gewinnbringend für das ganze Team und die pädagogische Arbeit ist? In diesem Bewusstsein fühlt sich jede*r von euch wahrgenommen, gebraucht und gewertschätzt fühlen.
Heute möchte ich den Beitrag mit einem Zitat von Pep Gardiola beenden: „Wir brauchen die ganze Truppe, jeden Spieler des Teams, wenn wir erfolgreich sein wollen.“
In diesem Sinne wünsche ich Euch einen guten Start in die Woche.
Eure Anja
Tipp:
Online-Seminar für Leitungskräfte: Neues entsteht – Teamprozesse in Zeiten „nach“ Corona erkennen und bgleiten
Um diese Website zu betreiben, verwende ich Cookies. Einige Cookies sind erforderlich, damit die Website funktioniert (funktionale Cookies), andere brauchen ich für meine Auswertung (Statistik), um meine Inhalte zu optimieren und andere helfen mir, dir nur die Werbung anzuzeigen, die dich interessiert. Weiteres findest du in meine Datenschutzerklärung.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
Neueste Kommentare