von Anja Cantzler | 16.02.2021 | Allgemein
Wir haben bereits Februar und mittlerweilen jährt sich schon bald der Ausnahmezustand, in dem wir uns nun schon so lange befinden. Die Pandemie zerrt an unser aller Nerven und irgendwie wünschen wir uns vermutlich alle, dass es jetzt einfach nur vorbei gehen soll. Jede*r von uns hat sein eigenes Päckchen zu tragen und trotzdem darfst Du als pädagogische Fachkraft die Bedürfnisse, Sorgen und Ängste der Kinder nicht außer acht lassen.
Aus diesem Grund habe ich diesen Monat, der achtsamen Begleitung der Kinder gewidmet. In meinem letzten KitaTalk „Kinderängste achtsam begleiten“ habe ich beispielsweise mit Gundula Göbel Kinder- und Jugend Psychotherapeutin darüber gesprochen, was Kinder jetzt in dieser Zeit insbesonderen von uns Erwachsenen brauchen.
Heute freue ich mich, dass ich Fea Finger als Erzieherin, Kindheitspädagogin, Resilienz- und Empathietrainerin für diesen Gastbeitrag gewinnen konnte. Sie beschreibt sehr eindringlich, was Du als pädagogische Fachkraft tun kannst, um Dich selbst zu stärken und dann die Kinder während der Pandemie stark und resilient zu machen.
Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und bin sehr gespannt auf Dein Feedback
Deine Anja
Was wir tun können, um Kita-Kinder während der Pandemie zu stärken
Ein Gastbeitrag von Fea Finger
Vermutlich ist allen Fachkräften in Kitas klar, dass sie nicht vor den Kindern über die Kinder sprechen sollten. Es gibt viele Dinge, die zu Verunsicherung bei den Kindern führen oder die Älteren schnappen auch schon mal etwas auf und erzählen dies zu Hause weiter. Generell gilt es darauf zu achten sollten, was wir sagen wenn Kinder anwesend sind. Wir wissen nie, was davon in welcher Weise bei welchem Kind individuell hängen bleibt. Trotzdem erwischen wir uns in der Praxis immer wieder dabei, wie wir doch wieder in der Gegenwart der Kinder reden.
Vor einem Jahr wussten wir alle noch nicht, was da auf uns zu kommt und welche Auswirkungen das haben könnte. Nun sind wir ein Jahr weiter und wissen immer noch nicht genau, wie das alles weiter geht. Manche waren am Anfang noch zuversichtlicher als jetzt, andere haben sich mittlerweile wieder selbst gefunden und machen weiter. Vermutlich gehört all das dazu. Alles, was dieses Virus mit sich bringt ist gleichberechtigt wichtig und wird ganz individuell aufgenommen und verarbeitet. Für jede*n von uns hat es ganz unterschiedliche Auswirkungen und Konsequenzen, die sich vielleicht auch erst noch zeigen werden.
Unbedacht Ausgesprochenes mit unbeabsichtigten Folgen
Wir Erwachsenen, wir Fachkräfte in den Kitas haben die Möglichkeit, das alles zu reflektieren und so zu verarbeiten, wie es unsere eigenen Erfahrungen, unsere eigene Resilienz, zulassen. Die Kinder dagegen sind sehr darauf angewiesen, zu sehen wie wir damit umgehen. Im Besonderen Kinder, deren Eltern von Existenzängsten betroffen oder vom Homeoffice und den ständigen Anforderungen gestresst sind, deren Großeltern krank oder in Folge des Virus verstorben sind (um nur einige mögliche Situationen zu nennen) brauchen jetzt pädagogische Fachkräfte, die ihre eigenen Ängste und Sorgen nicht mit in den Gruppenraum bringen.
Allerdings soll das nicht bedeuten, eigene Ängste oder Gedanken zu verstecken denn Kinder merken sowieso, ob es uns wirklich gut geht oder nicht. Aber wie machen wir das am Besten?
Was es zunächst zu vermeiden gilt ist, dass Fachkräfte sich während des Freispiels oder in einer anderen Situation, in der Kinder anwesend, sind über Szenarien unterhalten wie die Folgende, die vermutlich jede Fachkraft in Kitas kennt:
Es ist wuselig in der Garderobe, die Gartenzeit beginnt gleich. Jacken liegen auf dem Boden, Gummistiefel und Mützen sind verstreut, manche Kinder sind schneller beim Anziehen als andere. Dazwischen die Kolleg*innen, die helfen wo es nötig ist. Erzieher*in 1 und Erzieher*in 2 kommen aus dem Turnraum in die Garderobe, ihr Gespräch haben sie dort schon begonnen, während sie die letzten Matten aufgeräumt haben. Sie wissen, dass sie jetzt gleich das Thema beenden müssen, weil sie an unterschiedlichen Stellen gebraucht werden. Denkbar ist dann beispielsweise folgender Dialog:
Erzieher*in 1 zu Erzieher*in 2: „…ja das war schlimm! Plötzlich war sie einfach so krank und stell Dir mal vor, sie war erst so alt wie Marvins Mutter! Einfach gestorben!“ Erzieher*in 2: „ Oh mein Gott! Das ist ja furchtbar! (Blick zu Marvin, der grade seine Stiefel anzieht) so eine junge Frau! Dabei heißt es doch immer, dass eher ältere Menschen daran sterben. Ich hab wirklich Sorge um meine Oma. (dreht sich zu Marvin) Komm Marvin, ich helfe Dir mal mit dem Reissverschluss. (wieder zu Erzieher*in 1)Dieses Corona ist wirklich schlimm! Aber mich nervt es so, dass wir jetzt ständig Masken tragen müssen! Was das mit den Kindern macht, will ich mir gar nicht vorstellen!“
In Alltagssituationen wie diesen denken wir uns oft nichts dabei, schon gar nichts Böses. Niemand will den Kindern absichtlich schaden und doch sind solche Momente sehr risikobehaftet. Wenn wir davon ausgehen, dass die beiden ihr Gespräch bereits vor zehn Minuten im Turnraum begonnen haben, haben es auch dort schon mehrere Kinder mitbekommen. Was genau und was davon dann beim einzelnen Kind im Kopf oder im Gefühl ankam, wissen wir nicht. Wir wissen auch nicht, wie Marvin es aufnimmt, dass da Rückschlüsse auf seine Mutter gezogen werden. Vielleicht bekommt er Angst, dass sie auch sterben könnte. Möglich ist auch, dass ein anderes Kind das aufschnappt und dann Marvin erzählt, dass seine Mutter jetzt stirbt, weil Erzieher*in 1 das gesagt hätte. Das Ganze kann also weitaus größere Ausmaße annehmen, als wir uns das manchmal so denken.
Raum schaffen für die eigenen Sorgen und Ängste
Eine der derzeitigen Herausforderungen besteht nun also darin, Zeit und Raum zu schaffen in denen sich die pädagogischen Fachkräfte austauschen können. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten und mit Sicherheit kann das in jeder Einrichtung individuell gestaltet werden. Beispielsweise können kleine tägliche, wöchentliche, vielleicht sogar spontane Meetings -auch online- stattfinden um Gedanken, Ängste und auch Zuversicht auszutauschen und sich gegenseitig zu bestärken. Dabei kann und sollte es meiner Meinung nach auch darum gehen, wie die Erzieher*innen mit den derzeitigen Massnahmen zu Recht kommen. Vielleicht beschäftigt jemanden, dass er/ sie nun ständig mit Maske arbeitet und was das mit den Kindern macht oder macht sie Gedanken darum, wie man die neuen technischen Herausforderungen bewältigen kann. Eventuell leidet jemand darunter, dass nun noch öfter als sonst gelüftet wird oder dass ständig überall entlang geputzt werden muss und diese Zeit von der Arbeit mit den Kindern abgeht. Es müssen nicht immer gleich persönliche Ängste und die ganz großen Sorgen sein, die uns beschäftigen. Fachkräfte, die ihren Beruf mit viel Können, Wissen und Empathie leben, machen sich viele Gedanken um die Kinder, die sie begleiten. Diese Themen können in einem gut funktionierenden, sich gegenseitig unterstützenden Team gelöst werden. Für Teams, die untereinander Konflikte austragen kann die gemeinsame Bewältigung solcher Aufgaben stärkend und bereichernd wirken. Wichtig ist, dass es die Möglichkeit gibt und das außerdem aus oben genannten Gründen Konsens darüber besteht, dass keine Kinder anwesend sind, während all das besprochen wird.
Dieses Vorgehen ermöglicht, dass pädagogische Fachkräfte einerseits selbst getragen werden durch ihr Team und das Wissen, dass sie nicht allein sind mit den Herausforderungen und andererseits, dass sie dann den pädagogischen Alltag weiter professionell für und mit den Kindern und Eltern gestalten können ohne zu abgelenkt zu sein von eigenen Themen.
Kinder stärken im pädagogischen Alltag
Nachdem nun also Raum geschaffen wurde, in dem die Fachkräfte sich austauschen können und damit schon einige für Kinder risikobehaftete Situationen reduziert wurden, geht es noch konkreter daran, die Kinder zu stärken. Wie kann das gehen?
Kinder brauchen feste, verlässliche Bezugspersonen und Strukturen, nicht nur jetzt. Wir dürfen dabei so viel normalen Kita-Alltag beibehalten, wie unter den aktuellen Umständen möglich und auch nötig ist. Ich bin außerdem sehr dafür, den Kindern noch mehr wie sonst Platz, Zeit und Raum für das freie Spiel zu geben. Vermutlich sind die Stunden in der Kita die einzigen am Tag, an denen Kinder andere Kinder um sich haben. Das gemeinsame Erschaffen im Spiel stärkt Resilienzfaktoren wie z.B. die Bewältigungskompetenz der Kinder. Sie finden Lösungen für Probleme und entwicklen Strategien, wie sie damit umgehen können. Genau diese Fähigkeit brauchen wir momentan alle. Gleichzeitig werden die Bedürfnisse der Kinder durch die Fachkräfte weiter beobachtet und feinfühlig beantwortet. Besonders bei Kindern, die ihre Ängste oder Gedanken nicht verbalisieren (können) braucht es jetzt Sensibilität und sehr feines Beobachten durch die Erzieher*innen.
Darüber hinaus können Kinder gestärkt werden, indem z.B. im Portfolio „Stärkenseiten“ angelegt werden auf denen die Kinder sehen können, was sie schon alles geschafft haben und welche Strategien ihnen dabei geholfen haben. Auch Bildungs- Und Lerngeschichten sind hierfür ein gutes Instrument. So senken wir eine eventuell gefühlte Hilflosigkeit und wandeln sie in Selbstwirksamkeit um. Mit älteren Kindern können wir auch schon gemeinsam überlegen, wie sie Dinge gelöst haben und was dabei gut funktioniert hat. Außerdem halte ich es für wichtig, Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen aber auch, dass die Kinder sich bewegen können. Das alles dient der Selbstregulation.
Bestätigung der eigenen Arbeit
Alter Hut!? Haben wir alles schon!? War mir eh klar!? Umso besser! Denn daran wird deutlich, dass wir gar nicht so viel Neues tun müssen um die Kinder zu stärken. Nur das, was wir sowieso schon tun darf überdacht, verändert und bewusster getan werden und zumindest mich entspannt das sehr und bestärkt mich darin, dass schon alles gut ist.
Deine Fea Finger
P.S.
Falls Du mehr von und über Fea Finger hören und erfahren möchtest, dann hör in Ihren tollen Podcast: Feas Naive Welt. Hier beschäftigt sie sich mit vielen wichtigen pädagogischen Themen. Kurzweillig und immer mit Tiefgang. Oder folge ihr auf Instagram @feafinger
Außerdem war sie auch schon zu Gast bei mir den den KitaTalks mit dem Thema: „Achtung vor Eltern in der Pandemie“.
von Anja Cantzler | 4.02.2021 | Bindung und Eingewöhnung, Übergänge
Im Rahmen einer Supervision kam bei einigen Pädagogischen Fachkräften die Frage auf, wie es wohl werden wird, wenn der Lockdown nach so vielen Wochen wieder endet und die Kinder, die über einen so langen Zeitraum zu Hause betreut wurden, wieder in die Kindertagesbetreuung zurückkehren. Bei einigen war die Eingewöhnung gerade erst abgeschlossen und die Frage wird auch seitens der Eltern laut, ob eine neue Eingewöhnung nötig werden könnte.
Bereits im vergangenen Jahr standen diese Sorgen im Raum und da waren es in vielen Einrichtungen noch mehr Kinder, die zu Hause betreut worden sind. In dieser Zeit habe ich meinen ersten Blogbeitrag zur (Wieder-) Eingewöhnung der Kinder veröffentlicht. Im Nachhinein betrachtet, haben die Kinder im letzten Jahr die Rückkehr in ihre Gruppen sehr gut bewältigt und viele Befürchtungen sind gar nicht erst eingetroffen. Die meisten Kinder haben sich einfach nur gefreut, wieder in Krippe, Kita und Kindertagespflege zurückkehren zu können. Sie haben freudig ihre Freunde und Freundinnen in den Arm genommen und ihre Spieltätigkeit wieder aufgenommen. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch dieses Mal so ähnlich sein wird und mittlerweile vertrau ich auch darauf, dass es so kommen kann.
Meine Zuversicht begründet sich aus den Erkenntnissen der Peer Group Forschung von Carolin Howes. Bereits in meinem Beitrag „Eingewöhnung in der Peer Group“ habe ich auf diese Forschungen zu den Peer Group Beziehungen bei Kindern von 0-3 Jahren hingewiesen. Dort wurde herausgefunden, dass Kinder bereits gegen Ende ihres ersten Lebensjahres mit anderen Gleichaltrigen sozial interagieren. Sie können ab diesem Alter gemeinsam emotionale Themen im gemeinsamen Spiel bearbeiten. So hat Howes auch herausgefunden, dass die Trennung von den Eltern den Kindern leichter fällt, wenn sie diese mit anderen Kindern bewältigen, die in der gleichen Situation sind.
Die Bedeutung der Peers
Im Allgemeinen versteht man nach Corsaro (1985) und von Salsch (2000) unter einer Peer Group mehrere Kinder (auch Jugendliche und Erwachsene),
- die ungefähr gleichaltrig sind bzw. auf einem ähnlichen kognitiven, emotionalen und soziomoralischen Entwicklungsstand stehen
- die gleiche Entwicklungsaufgaben und normative Lebensereignisse zu bewältigen haben
- die untereinander bezüglich ihrer Macht und ihres sozialen Status gleichberechtigt und ebenbürtig sind.
Die Peer-Group bietet Kindern in Krippe, Kita und Kindertagespflege:
- einen Orte des sozialen Lernens
- durch das Gefüge sozialer Interessensgruppen
- indem sie auf ihre Art untereinander Bedürfnisse kommunizieren, was in dieser Form mit Erwachsenen nicht möglich ist
- indem sie an der Alltagswirklichkeit Anderer teilhaben
- einen Schutzraum im Umgang mit Gefühlen
- wo sie Regeln und Umgangsformen erproben können
- in dem sozialer Austausch stattfindet
- wo sie Dialoge führen, Kompromisse finden und Konflikte austragen können
- Möglichkeiten zum Lernen durch Nachahmung
- aufgrund ständiger Interaktion und Ko-Konstruktion im Miteinander
- durch Socializing/ Geselligkeit (Ahnert 2011) auf Augenhöhe.
Bedeutung für den Wieder – Einstieg
Diese Erkenntnisse rund um den Stellenwert und die Bedeutsamkeit der PeerGroup hat einen stabilisierenden Faktor für die Rückkehr der Kinder in die Kindertagesbetreuung. Sie treffen auf die Freunde und Freundinnen, die schmerzlich vermisst wurden und sie sind nicht alleine mit der Situation der Trennung, sondern es gibt noch andere Kinder, denen es genauso geht. So kann beispielsweise ein Kind, dass sich mit der Trennung schwerer tut, sich das Verhalten und die emotionale Ebene bei einem anderen Kind, dem es weniger schwer fällt abgucken. Dies gibt den Kindern ein Stück Halt und Sicherheit.
Vorbeugend bestünde die Möglichkeit, die Kindern in Anlehnung an die Eingewöhnung in der PeerGroup, die Möglichkeit zu geben, z.B. mit ca 3 Kindern in Begleitung der Eltern die ersten 2-3 Tage die Krippe, Kita oder Kindertagespflege für 1-2 Stunden zu besuchen, um einen sanften und kindorientierten Übergang zu ermöglichen. In dieser Spielgruppenähnlichen Situation kannst Du dann beobachten, welche Kinder den Übergang erneut gut meistern und welches Kind vielleicht auch eine intensivere Begleitung durch die Eltern bedarf. Wichtig ist, dass in Rücksprache mit den Trägern für diese Wieder-Eingewöhnung das Betretungsverbot für die Eltern (unter Einhaltung der AHAL-Regeln) vorübergehend aufgehoben wird.
Ergänzende Informationen
Mehr über die Eingewöhnung in der PeerGroup findest Du:
Weitere stabilisierende Faktoren
Weitere stabilisierende Faktor bei der Wieder- Eingewöhnung bieten zum einen auch Geschwisterbeziehungen, wenn Geschwister in dergleichen Gruppe betreut oder im Rahmen einer offenen Arbeit (aktuell eher nur eingeschränkt möglich) viele Berührungspunkte haben. Zum anderen bist Du als pädagogische Fachkraft den Kindern bekannt und vertraut und somit ein wichtiger sicherer Hafen. Wenn Du darüber hinaus auch in den letzten Wochen auf unterschiedlichsten Wegen den Kontakt zu den Kindern gehalten hast, ist auch hier die Beziehung nicht komplett abgebrochen.
Unterstützend kann zudem die Trosttankstelle sein, eine Anregung von Gundula Göbel, bei Dir die Eltern dazu angeregt werden, ihre Kinder morgens vor der Verabschiedung nochmal ganz kräftig mit viel körperlicher Nähe und stärkenden Worten „aufzutanken“, damit sie gestärkt den Übergang von Familie zu Krippe, Kita und Kindertagespflege bewältigen können.
Sobald deutlich wird, wann alle Kinder wieder in den Regelbetrieb zurückkehren, kannst Du mit den Kindern, die bereits in der Gruppe sind, gemeinsam überlegen, was ihr tun könnt, um den anderen den Wiedereinstieg zu erleichtern. Ich bin überzeugt davon, dass die älteren Kinder bestimmt tolle Ideen haben. Gleichzeitig bereitest Du diese Kinder darauf vor, dass auch auf sie wieder eine Veränderung zu kommt.
Um Dich gut auf die Rückkehr der Kinder vorzubereiten, hat Lea Wedewardt meines Erachtens bereits im vergangenen Jahr sehr hilfreiche Fragen formuliert, die auch dieses Mal alle Beteiligten und deren Bedürfnisse in den Fokus rücken, um die Rückkehr der Kinder möglichst bedürfnisorientiert zu gestalten.
Ich wünsche Dir, den Kindern und den Eltern eine baldige Rückkehr in eine „Normalität“. Es wird Zeit, dass die Kinder wieder mit Kindern zusammenkommen und von und miteinander lernen können.
Bis dies wieder soweit ist, wünsche ich Dir, dass Du gesund bleibst
Deine Anja
P.S. Die Zusammenarbeit mit den Eltern nimmt auch beim Wieder-Einstieg der Kinder eine zentrale Rolle ein. Hierzu habe ich in den letzten Monaten zwei KitaTalks mit
veröffentlicht.
Mein letzter Blogbeitrag „Bildungs-und Erziehungspartnerschaft auf dem Prüfstand“ beschreibt das Dilemma, in dem Du Dich in dieser Zusammenarbeit befindest, da es gerade keine verbindlichen Regeln für die Betreuung der Kinder gibt und Appelle häufig wenig zielführend sind.
von Anja Cantzler | 27.01.2021 | Allgemein
Seit Dezember geistern verschiedene Begrifflichkeiten durch die Medien und Social Media: von „Kitas und Kindertagespflege sind geschlossen“, „Notbetreuung“, „eingeschränkter Pandemiebetrieb“ verbunden mit dem Appell an Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen. In der Öffentlichkeit wird oftmals der Eindruck vermittelt, das die Kindertagesbetreuung geschlossen sei. Die Realität sieht in vielen Kitas und Kindertagespflegestellen jedoch ganz anders aus.
Der Fluch des Föderalismus
In den seltensten Fällen gibt es klare Vorgaben für die Kindertagesbetreuung und jedes Land handhabt es totz Absprache komplett unterschiedlich. So wachsen Verunsicherung, Frust und Wut auf Seiten vieler Pädagogischer Fachkräfte. Auf der anderen Seite versuchen sich Eltern durch dieses Wirrwarr hindurch zu kämpfen und Lösungen für Ihre persönlichen Situationen zu finden.
So kommt was kommen muss: jede*r legt es anders aus und dadurch entstehen Interessenskonflikte zwischen Pädagogischen Fachkräften und Eltern.
Die Politik überlässt Kita-Leitungen, Fachkräften, Tagespflegepersonen und Eltern das Thema vor Ort auszutragen.
Vorprogrammierte Interessenskonflikte
In der Praxis treffen dann zum einen Pädagogische Fachkräfte,
- die trotz schwach besetzter Gruppen, komplett vor Ort sein müssen und dadurch unnötig einer Infektionsgefahr ausgesetzt sind
- die in bis zu 90% voll besetzten Gruppen arbeiten, obwohl aus ihrer Sicht, einige Eltern die Betreuung gar nicht bräuchten und das Handeln der Eltern als Respektlosigkeit bewerten
- in deren Gruppen Personalmangel herrscht, weil Kolleg*Innen dem Risikogruppen angehören und schon seit Monaten nicht vor Ort arbeiten
- die selbst Eltern sind und Kinder zu Hause oder im Homeschooling zu betreuen haben
- mit ihren Sorgen und Nöten um die tägliche Bedrohung ihrer Gesundheit, weil die Nähe zu den Kindern ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit ist
- die schon mehrfach Quarantäne durchstehen mussten, weil ein Infektionsfall in der Kita aufgetreten ist
- die sich bereits angesteckt haben und die Erkrankung mehr oder weniger glimpflich überstanden haben
- …
auf Eltern,
- die sich zwischen Homeoffice und Homeschooling zermürben
- die psychisch belastet sind und sich eine Auszeit herbei sehnen
- die sich strikt an die Regeln halten und ihren Kindern zumindest den Kindergarten nicht vorenthalten wollen
- die mit ihren Kindern zu Hause aus unterschiedlichsten Gründen ge- und überfordert sind
- die es auf engstem Raum mit dem sehr lebendigen Kind nicht mehr aushalten
- die in einer Schwangerschaft für ein paar Stunden Kraft ohne Kind tanken möchten
- …
Im Gespräch bleiben
Vielerorts gerät dadurch die viel gepriesene Bildungs-und Erziehungspartnerschaft auf den Prüfstand. Es entsteht ein Gegeneinander anstatt zu sehen, dass weder Eltern noch Pädagogische Fachkräfte für die Folgen dieser politischen Nicht-Entscheidungen vor Ort die Verantwortung tragen. Das einzige, was jetzt zielführend ist, ist miteinander im Gespräch zu bleiben, sich gegenseitig ernst zu nehmen und nicht ständig dem jeweils Anderen zu unterstellen, nur zu seinem Vorteil zu handeln. Ich habe schon zu Beginn der Pandemie über das Prinzip des Guten Grundes einen Blogbeitrag geschrieben, auf den ich an dieser Stellen auf jeden Fall nochmal verweisen möchte.
Ergänzend ist gerade ganz neu ein Kita-Talk mit Fea Finger (stellvertretende Kita-Leitung, Empathie- und Resilienztrainerin) mit dem Titel: „Achtung vor Eltern in der Pandemie“ erschienen.
Bitte bleib mit den Eltern über Deine und deren Gefühle und Bedürfnisse im Gespräch. Sei weiterhin so engagiert mit den Kindern, um sie möglichst achtsam und gut durch diese unruhige Zeit zu begleiten. Die Kinder vor Ort haben ein Recht auf eine schöne Zeit in der Einrichtung und die anderen haben ein Recht darauf, dass Du auch weiterhin mit Ihnen im Kontakt bleibst. Zieh Dich bitte nicht zurück, sondern geh jetzt erst Recht in den Kontakt mit Eltern – mit denen die zu Hause bleiben, genauso wie mit denen, die ihre Kinder bringen. Ich bin der Überzeugung, dass die wenigsten sich ihre jeweilige Entscheidung wirklich leicht gemacht haben.
Verantwortung der Erwachsenen
Fea hat mich übrigens in dem KitaTalk gefragt, was ich glaube, was diese Pandemie mit den Kindern macht und ob eine traumatisierte Generation daraus hervorgehen wird. Meine Antwort darauf ist, dass diese Generation bestimmt Erfahrungen mitnimmt, die Entwicklung der Persönlichkeit beeinflussen werden. Trotzdem muss diese Generation nicht zwangsläufig traumatisiert sein.
Dafür sind wir Erwachsenen jedoch grundlegend mitverantwortlich. Die Kinder brauchen von uns jetzt Stabilität und Sicherheit. Dazu gehört auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Vielleicht hilft es Dir ja, wenn Du Dir vor Augen führst, dass auch die Eltern, sich diese Situation nicht ausgesucht haben. Sie versuchen genau wie Du, für sich und ihre Kinder bestmöglich zu sorgen, um diese Zeit zu überstehen.
Starke Erwachsene für starke Kinder
Für dich persönlich kann es hilfreich sein, sich ehrlich mit Deinen eigenen Sorgen, Ängsten und Nöten auseinanderzusetzen. Entdecke Deine Kraftquellen und tausch Dich mit den Kolleg*innen und Freund*innen aus. Hol Dir gegebenfalls Hilfe und Unterstützung von außen z.B. bei Beratern, Coaches oder Supervisor*innen.
Ein weiterer Beitrag, an den ich Dich in diesem Zusammenhang auch erinnern möchte, ist bereits letztes Jahr erschienen. In „Zwischen Empathie und Selbstfürsorge“ wirst Du daran erinnert, was Du tun kannst, um immer wieder auch gut für Dich zu sorgen. Und bei aller Schwere der Zeit, vergesst nicht zu Lachen. In meiner Küche steht immer noch das Metallschild: „Wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem!“ Ich glaube zwar nicht, dass wir die Pandemie so einfach weglachen können, ich bin aber der Überzeugung, dass wir das Ganze mit einer guten Portion Humor um Längen besser durchstehen.
Vertrau darauf, dass auch in dieser Krise das Licht am Ende des Tunnels wieder auftauchen wird. Glücklicherweise werden schon bald die Tage wieder länger und mit dem beginnenden Frühling wird die Stimmung und unsere Zuversicht weiter aufblühen und wachsen.
Ich wünsche Dir noch viel Kraft für und in der Krise
Deine Anja
Wenn Du individuelle Unterstützung in dieser Krise brauchst, stehe ich jederzeit online zur Verfügung. Nimm einfach Kontakt mit mir auf, in einem Erstgespräch können wir dann alles weitere besprechen.
von Anja Cantzler | 21.01.2021 | Bindung und Eingewöhnung
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit den verschiedenen Eingewöhnungsmodellen. Seinen Anfang nahm dies bereits in meiner Zeit als Pädagogische Fachkraft vor mehr als 25 Jahren als ich merkte, dass die damalige Form der Eingewöhnung ohne Elternbegleitung für alle Beteiligten einfach nur anstrengend und für die Kinder wenig bedürfnisorientiert war.
Das Berliner Modell als Lösung
Wie glücklich war ich als ich dann das Berliner Eingewöhnungsmodell kennenlernte und dies dann mit viel Überzeugung in meinen Seminaren vermittelte. Vor gut 20 Jahren war das sehr innovativ. Seither haben sich viele Spielarten hierzu entwickelt und meiner erfahrung nach setzt kaum eine Einrichtung tatsächlich dieses Modell in Reinform um. Mittlerweile hinterfrage ich, ob eine Einrichtung in ihrem Konzept überhaupt ein konkretes Modell benennen sollte oder ob es nicht viel sinnvoller ist, das zu beschreiben, was in der einzelnen Krippe, Kita oder Kindertagespflege konkret praktiziert wird. Für den Fall, dass Du Dein Eingewöhnungskonzept hinterfragen und ggfs. überarbeiten möchtest, habe ich Dir 5 Tipps zur Eingewöhnung zusammengestellt. Der kostenfreie E-Mail Kurs begleitet Dich über mehrere Tage mit gezielten Reflektionsfragen dabei.
Im Laufe der Jahre lernte ich als Referentin noch das Münchner Modell kennen. Das Berliner Eingewöhnungsmodell basiert im Kern auf der Bindungstheorie und das Müncher bezieht darüber hinaus, die Transitionsforschung mit ein, die u.a. davon ausgeht, dass ein Kind auch zu mehreren anderen Erwachsenen in einem Eingewöhnungsprozess mit der entsprechenden Zeit eine Beziehung aufbauen kann.
Neue Impulse eröffnen neue Wege
2016 hat es dann auf einer Tagung des Netzwerk: Fortbildung U3 in Potsdam bei mir nochmal richtig Klick gemacht. Ich begegnete im Open Space Regine Schierle-Wenger, die uns das Modell der Eingewöhnung in der PeerGroup vorstellte. Ihre Begeisterung sprang unmittelbar auf mich über, so dass ich bereits in der folgenden Woche, dieses Modell in meiner Fortbildungsreihe „Fachkraft für Frühpädagogik“ im Haus Neuland aufnahm. In dieser Gruppe entzündete sich in einer Kollegin ein Feuer, dass sie umgehend in ihre Einrichtung trug und innerhalb von knapp 4 Monaten die Eingewöhnung für ihre Krippengruppe veränderte.
Seither ist die Eingewöhnung in der Peer Group ein fester Bestandteil in meinen Seminaren und Modulen rund um die Eingewöhnung. Was aber beinhaltet dieses Eingewöhnungsmodell im Kern? – Meines Erachtens ist dieses Model die aktuelle und logische Weiterführung der beiden anderen Modelle. Es berücksichtigt die Wichtigkeit der Bindungspersonen für die Gestaltung von Übergängen auf Grundlage der Bindungstheorie, es integriert die Annahme, dass Kinder grundsätzlich auch zu mehreren anderen Erwachsenen Beziehungen aufbauen können gemäß der Transitionsforschung und es bezieht die Bedeutung der Gleichaltrigen basierend auf den Forschungen zur Peer Group mit ein. Ein sehr lesenswertes Buch hierzu heißt: Was wir gemeinsam alles können.
Die Bedeutung der Peer Group
Die Forschungen von Carolin Howes zu den Peer Group Beziehungen bei Kindern von 0-3 Jahren haben ergeben, dass bereits Kinder gegen Ende ihres ersten Lebensjahres mit anderen Gleichaltrigen sozial interagieren. Sie bearbeiten ab diesem Alter bereits gemeinsam emotionale Themen im gemeinsamen Spiel. So hat Howes auch herausgefunden, dass die Trennung von den Eltern den Kindern leichter fällt, wenn sie diese mit anderen Kindern bewältigen, die in der gleichen Situation sind. So kann beispielsweise ein Kind, dass sich mit Trennung etwas schwerer tut, sich das Verhalten und die emotionale Ebene bei einem anderen Kind, dem es weniger schwer fällt abgucken.
Und so geht`s
Bei der Eingewöhnung in der Peer-Group werden in der Regel je nach Alter 3-5 Kinder in Begleitung ihrer Eltern gleichzeitig eingewöhnt. Zwei Eingewöhnungspädagoginnen begleiten den Eingewöhnungsprozess. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, eine anregende Umgebung zu schaffen, in der die Kinder miteinander ins Spiel kommen und so sich gut von den Eltern lösen können. Sie beobachten jedes einzelne Kind und die Kindergruppe, um herauszufinden, wer wann welche Unterstützung braucht, um gut ankommen zu können. Am Anfang bleiben die Eltern als Gruppe mit im Raum, so dass die Kindern jederzeit zu den Eltern zurückkehren können und wieder Sicherheit auftanken können. In dieser Phase nehmen bereits einzelne Kinder auch Kontakt zu den Eingewöhnungspädagoginnen auf, die dann feinfühlig eine Beziehung zu dem jeweiligen Kind aufbauen. Auch hier lernen die anderen Kinder durch Beobachtung und Nachahmung am Modell.
Die Eltern verlassen nach ca. 3-5 Tagen erstmalig den Raum, wenn möglich gemeinsam. Ähnlich anderer Eingewöhnungsmodelle ist jetzt die Reaktion des einzelnen Kindes im Vordergrund und für das weitere Vorgehen ausschlaggebend. Selbstverständlich kommt ein Elternteil sofort wieder zurück, wenn ein Kind noch Zeit braucht. Hier gilt der Vorrang des individuellen Bedürfnisses vor dem der Gruppe. Erfahrungsgemäß ist es für die anderen Kinder, die die Trennung schon gut meistern kein Problem, wenn ein einzelnes Elternteil noch anwesend ist. Die Dauer der Abwesenheit der Eltern wird dann schrittweise verlängert. Ein ganz besonderer Charm dieses Modells liegt übrigens darin, dass auch die Eltern eine Peer Group bilden und sich so gemeinsam stützen.
Generell sind folgende Säulen zu beachten:
- das Team
- die Eingewöhnungspädagogen
- die Kindergruppe
- die Eltern
- der seperate vorbereitete Raum mi Spiel- und Elternbereich
Rückmeldung aus der Praxis
Ich kenne mittlerweile einige Einrichtungen, die dieses Modell mit Überzeugung umsetzen und die Rückmeldungen sind jedes Mal sehr ähnlich: die Eingewöhnung verlief entspannter, die Kinder finden sehr gut ins Spiel, die Ablösung findet stressfreier und mit geringerer Rückfallquote statt, die Kinder wenden sich an die pädagogischen Fachkräfte im Bedarfs- und Trostfall, sind aber weniger fixiert auf eine spezielle Bezugserzieherin …
Soweit ein erster kleiner Einblick in dieses etwas andere Modell. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, habe ich Dir noch ein paar Empfehlungen im Anhang verlinkt. Falls du bereits mit dem Modell arbeitest freue ich mich über Deine Erfahrungswerte in den Kommentaren. Solltest weitere Fragen haben, kannst Du diese auch gerne in die Kommentare schreiben oder Du kommst in eines meiner Live-Online-Seminare.
Deine Anja
In meinem Kita Talk: Eingewöhnung in der Peer Group berichtet Sabrina Djogo über die Umsetzung des Modells in der Kindertagespflege
In dem Podcast von Tanja Köster wurde ich zu dem Modell interviewt.
Live-Online-Seminare
6.11.2021 Haus Neuland/ Sennestadt: Eingewöhnung in der Peer Group
von Anja Cantzler | 12.01.2021 | Bindung und Eingewöhnung
Das neue Jahr hat gerade erst angefangen und nun ist es sehr deutlich, dass der erneute Lockdown noch bis mindestens Ende Januar gehen wird. Irgendwie ist gerade kein Ende in Sicht und trotzdem sollten wir den Blick nach vorne richten. Auch wenn gerade nicht klar ist, wie es konkret weitergeht, fest steht, dass früher oder später neue Kinder und Eltern in den Gruppen aufgenommen werden. Aufnahme und Eingewöhnung ist ein immer wiederkehrendes Thema in Kita und Kindertagespflege. Die Eingewöhnung ist die Basis für alles weitere: zum einen mit Blick auf die Entwicklung des Kindes und zum anderen mit Blick auf die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Eine Eingewöhnung ist in der Regel nicht nach zwei bis drei Wochen abgeschlossen, je nach Kind dauert sie auch gerne 12 Wochen und länger. Meines Erachtens ist es sehr wichtig und wertvoll, sich immer wieder mit der Gestaltung einer sanften und bedürfnisorientierten Eingewöhnung im gesamten Team zu beschäftigen.
Viele Einrichtungen befinden sich aktuell in den Anmelde- und Aufnahmeverfahren für den Sommer. Genau der richtige Zeitpunkt, um das eigene Eingewöhnungskonzept einmal gut zu überdenken und eventuell zu überprüfen. Dazu habe ich bereits im letzten Jahr die 5 Tipps zur Eingewöhnung entwickelt. Hierbei handelt es sich um einen mehrteiligen E-Mail Kurs, mit dessen Hilfe Du über eine Woche hinweg Deine Eingewöhnung reflektieren und überprüfen kannst.
Ergänzende Blogartikel
Ergänzend dazu habe ich im letzten Jahr bereits viele Blogbeiträge rund um die Eingewöhnung veröffentlicht. Zur besseren Übersicht findest Du hier eine Aufstellung der verschiedenen Beiträge:
Für alle, die sich im Speziellen für die Eingewöhnung in der Peer-Group interessieren, ist ganz aktuell mein YouTube KitaTalk mit Sabrina Djogo, die seit vielen Jahren als Tagespflegekraft arbeitet, erschienen.
Termine für Online-Seminare
Im nächsten Blog-Beitrag befasse ich mich etwas ausfühlicher mit der „Eingewöhnung in der Peer-Group“. Wenn du an einem Seminar zu diesem Thema interessiert bist, gibt es an folgenden Terminen Live-Online Seminare:
Beliebte Podcasts
Sehr hörenswerte Podcasts von anderen Expertinnen zu dem Thema Eingewöhnung findest Du unter:
Buchtipps
Vor ein paar Jahren habe ich ein Buch zum Thema: Eingewöhnung von KiTa Kindern veröffentlicht. Hier bekommst Du einen ersten Ein- und Überblick in die Eingewöhnung in der Kita. Es ist für Fachkräfte und Eltern geschrieben, die einen kleinen Ratgeber zu diesem Thema suchen.
Das Krüger & Thiel Institut hat eine kleine Broschüre mit dem Titel: Sanfte Eingewöhnung für mein Kind veröffentlicht. Die Broschüre bestehen aus liebevoll zusammengestellten Fotos mit Szenen aus dem Eingewöhnungsalltag einer KiTa. Hier wird den Kindern eine Stimme gegeben und somit ihre Sichtweise auf die Eingewöhnung verdeutlicht. Die Erwachsenen bekommen Handlungsanregungen für die Gestaltung und Begleitung des Eingewöhnungsprozesses. Sehr hilfreich und empfehlenswert für die Zusammenarbeit mit Eltern.
Für Kinder in der Eingewöhnung hat das Krüger&Thiel Institut ein ganz reizendes kleines Bilderbuch: Mira, Tuffi und die Gefühle veröffentlicht. Hier begleitet der kleine Stoffelefant Tuffi die kleine Mira in ihrern ersten Kindergartentagen und beschreibt ihre Gefühle. Sehr schön, für die Gruppe oder als kleines Willkommensgeschenk für die neuen Kinder.
Für Teams, die sich von Grund auf mit Bindung und Beziehungsaufbau beschäftigen möchten, kann ich die Arbeitsmaterialien „Bindung entsteht – Bindung stärkt – Bindung trägt“ von Gundula Göbel empfehlen. Zu dem Paket gehören viele Broschüren in einfacher Sprache, die gut an Eltern weitergegeben werden können. Highlights sind die Schaubilder des Bindungsbaums und der Trosttankstelle.
Andere Materialien
Und zu jeder guten Eingewöhnung gehört natürlich auch die Portfolioarbeit. In diesem Rahmen hat Sandra Warsewicz von der Werkstatt der Guten Gedanken sehr schöne Vorlagen entwickelt. s lohnt sich da mal durch ihre Seite zu stöbern.
Soweit dieses Mal, ein paar Tipps und Empfehlungen rund um die Eingewöhnung. Bleib gesund und pass gut auf Dich auf. Das Gute ist, irgendwann geht auch diese Zeit vorbei und dann bist Du gut auf die Zeit „danach“ vorbereitet.
Deine Anja
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